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Vegan unterwegs auf Wochenendrip in München

Mit ein wenig Bammel und mit Notfallfood vollgepackten Taschen fuhr ich ins verlängerte Wochenende. 2 Abendessen in vegetarischen, bzw. veganen Restaurants waren reserviert, der Rest würde sich spontan ergeben. Wie würde es mir ergehen, das erste Mal länger vegan auf reisen? Auf jeden Fall war München dafür ein guter Start, würde ich mich zumindest sprachlich gut durchschlagen können.

Cheesy @ München

Cheesy @ München

Auf das bezugsbereite Zimmer wartend bestellten wir in der Hotelbar Kaffee – mit Sojamilch. Cool! So easy soll es weitergehen.

Mit dem ganzen Proviant genug gefuttert, ging es am Abend auf einen Salat ins Vapiano. Ob das Dressing dort nun wirklich so ganz vegan war…? Sicher war es im Minimum der Essig nicht. Aber damit werde ich unterwegs evtl. leben müssen, wollen… Muss ich mir mal noch genauer überlegen wo ich meine eigenen veganen Grenzen ziehe.

Wir hatten unser Zimmer ohne Frühstück gebucht und liefen so am ersten Morgen mal ins Zentrum. In einem Kaffee-Shop mit einer schönen Auswahl an Bagels versuchte ich mein Glück. Nun ja, Margarine scheint ein gaaanz ausgefallener Wunsch zu sein, und ob ein Bagle wirklich vegan gebacken wird weiss ich auch nicht genau. Aber der frisch gepresste Orangensaft hat sicher keine Gelatine gekreuzt und Espresso mit Zucker geht auch.

Das Abendessen im vegetarischen Restaurant Prinz Myshkin war eine gute Idee. Eine leckere Speisekarte, auf welcher vegane Gerichte separat gekennzeichnet sind – wenn auch teilweise falsch, denn Honig ist ja nun definitiv nicht vegan – und viel und leckeres Essen. Für Veganer hat es wirklich einige Speisen. Wobei, ob es auch vegane Desserts hat, weiss ich nicht, da ich im Magen eh keinen Platz mehr dafür fand.

Geburtstagsmorgen! Anstossen mit von Mami mitgebrachtem Champagner. Veganem gemäss Aussage der Verkäuferin im Bioladen. Wie lieb!

Frühstücksversuch im Starbucks: Auch hier Bagels im Angebot. Auf meine Nachfrage nach irgendeiner veganen Füllung ernte ich einen Blick seitens Verkäuferin als hätte ich nach einem Flug zum Mond gefragt. Ich denke mir, okay, sie weiss nicht was ‘vegan’ bedeutet und frage nach Belag ohne tierische Produkte wie Milch etc. Sie holt sämtliche Aufstriche heraus und ist enttäuscht, dass ich ihre Mühe sinnlos finde, aber hey, da muss ich nicht nachfragen, das sieht alles sehr milchig aus.. Ich belasse es bei einem Smoothie den ich gemäss Deklaration als vegan vermute und einem dafür umso grösseren Cafe Latte mit Sojamilch.

Tagsüber in den Bavaria Filmstudios werden u.a. Dreharbeiten zu Asterix und Obelix gezeigt, in welchem echte Tiere gebraucht werden. Ich frage mich, ob man als Veganer solche Art der Unterhaltung eigentlich nicht auch meiden müsste?

Auf das Abendessen freute ich mich schon lange! Endlich eine komplett vegane Speisekarte, alles auswählen können was man vor sich hat. Ich hatte bereits vor einigen Wochen im Max Pett Restaurant reserviert und erwähnt, dass ich mich als Neuveganerin freue, meinen Geburtstag bei ihnen verbringen zu können. Kurz vorher machte mich jemand auf eine Aktion bei Groupon aufmerksam, auf dessen Portal man einen Gutschein für genau jenes Restaurant kaufen konnte und so günstiger zu einem 4-Gang-Menü kommen würde. Ich fand keinen Haken an dem Angebot und griff .
Beim Max Pett angekommen wurden wir von hektischem, leicht genervten Treiben begrüsst. Hm, fängt ja gut an… Endlich sitzend wollte ich die Bedienung eigentlich nur kurz fragen wie das mit dem Gutschein abläuft und erhielt ein gehässiges ‘ich habe jetzt gar keine Zeit, da warten 10 Gäste auf ihren Tisch’. Aha. Als wir längst in die sehr lecker klingenden Details der Speisekarte eingetaucht waren erbarmte sie sich unserer und erklärte, dass die 4 Gänge quasi vorgegeben sind. Na toll. Doof.
Ich habe Geburtstag, ich sitze zum ersten Mal in einem komplett veganen Restaurant und mag weder Räuchertofu noch Trüffel (diese Auswahl hatte man) und ich will mein Geburtstagsessen geniessen. Wir entschieden uns, den Gutschein Gutschein sein zu lassen und frei nach Mgenknurren auszuwählen, was der immer mehr gestressten Bedienung ein ‘konnten sie sich zu was durchringen’ entlockte. Hallo?
Nun, von der schlechten Stimmung in einem sonst eigentlich härzigen Lokal abgesehen nervte nur noch das irre Tempo, das vorgegeben wurde. Kaum mit dem mega leckeren Salat mit Sojavleisch, gebratenen Maiskölbchen und Brot mit Öl und Kräutern fertig, bzw. eigentlich noch gar nicht fertig, stand schon der Ayurvedateller vor der Nase. Ihre Frage, ob sie zu früh sei war wohl eher rhetorisch, denn mein ‘ja’ spielte keine Rolle. Echt schade. Denn auch der zweite Gang wäre enorm köstlich gewesen. Aber soviel, und so schnell, dass aus dem Dessert auch hier nichts wurde.

Mein Zwiespalt bezüglich Weihnachtsmarkt und dem dort eh nicht veganen Glühwein konnte ich ungeplant aus dem Weg gehen. Denn bis wir beim Markt waren, war dieser erstaunlicherweise bereits zu Ende.

Für die Heimfahrt gab es, ebenso wie für den kleinen Hunger zwischendurch Riegel, getrocknete oder frische Früchte, Nüsse und Brot.

Fazit: Verhungern tut man nicht Aber um lästige Diskussionen und teilweise um etwas aufwändigerere Nahrungssuche kommt man nicht herum. Wie das im anderssprachigen Ausland funktionieren soll, sprich wenn ich sonst das nächste Mal Urlaub mache weiss ich noch nicht. Aber für dieses Mal bin ich sehr zufrieden.

P.S. Der Gutschein für das vegane 4-Gänge-Menü sucht nun einen Abnehmer, da München bei mir nicht so ganz auf dem Weg liegt…

15 comments to Vegan unterwegs auf Wochenendrip in München

  • Wieso ist Glühwein nicht vegan ?

  • Rosi

    Hey Cheesy,
    ich hoffe, Du hast auch außer Essen noch ein paar schöne Seiten von München gesehen :) Leider finde ich, dass es in München in den Restaurants oft eher mies gelaunt und schnell zugeht :(
    Sag mal, ich finde das Thema vegan leben ja schon interessant, aber manche Dinge verstehe ich nicht: wieso soll man keinen Honig essen? Ohne Imker würden Bienen aussterben. Die Wildbiene gibt es quasi schon nicht mehr. Und gäbe es keine Bienen, dann gibt es auch keine Pflanzen…

  • Ich habe Ähnliches wie du im Max Pett auch in anderen veganen Locations erlebt.
    Total unfreundliche Bedienungen, abgehetzt und angeschaut wird man mit abfälligen Blicken.
    Ich frage mich echt manchmal was das soll. Vielleicht ist das auch Zufall, aber manchmal
    habe ich das Gefühl, dass man erstmal kritisch beäugt wird, ob man auch ein “richtiger Veganer” ist
    und dementsprechend behandelt wird.

  • PD

    Hey Cheesy,

    nachträglich alles Liebe & Gute zum Geburtstag wünschen

    Destiny & PD :-) ))

  • Sahilee

    Hallo Cheesy!

    Nachträglich auch von mir noch alles Gute zum Geburtstag!
    Im Großen und Ganzen ging es ja in München, schade das es in dem veganen Restaurant nicht so gemütlich war, wie erhofft. Da ist man endlich mal an einem Platz wo man hoft nicht ständig alles nachfragen und eventuell was spezielles bestellen zu müssen und dann ist da so ne Hektik. Schade eigentlich.

    Es geht aber auch anders. Gute Erfahrungen habe ich z.B. in einem vegetarisch/veganen Restaurant namens “tierlieb” in Saarbrücken gemacht, das meine Eltern ausgesucht hatten, als ich im letzten Frühjahr dort zu Besuch war. Dort war zum Glück sehr entspanntes Ambiente, den eingeschworenen Fleischessern in der Gruppe hat es sehr gemundet und mein Mann ist seitdem begeisterter Grünkernburger-Fan ^^

    Also nochmal alles, alles Gute,
    Sahilee

  • cheesy

    @Katharina: Warum Wein (und somit auch Glühwein) nicht vegan ist:
    http://www.cheesy.ch/blog/?p=2469

    @Rosi: Selbstverständlich hab ich in München noch mehr gemacht :-) Das kommt dann auf cheesy.ch in den Reisebericht :-)
    *lach* Ohne Imker würden Bienen aussterben? Dann müssten Imker ja gleich alt sein wie Bienen ;-)

    @Saskia: Hier in der Schweiz im Hiltl und im Samses wurde ich bisher immer sehr freundlich bedient. Und das Prinz Myskin war ja auch sehr anständig.

    @PD: Danke :-)

    @Sahilee: Danke :-)

  • Rosi

    :-P Nein, natürlich sind sie nicht gleich alt wie Bienen. Es stand ja nicht immer so schlecht um unsere Wildbienen. Bienen werden von der sogenannten Bienenlaus befallen (Varroa). Bienen, die beim Imker leben, können dagegen behandelt werden. Wildbienen nicht. Deshalb ist es um die Population der Wildbienen so schlecht bestellt. Es kam erst neulich ein Bericht darüber im Fernsehen, vielleicht finde ich ihn noch.

    Bin schon gespannt auf Deinen Reisebericht :)

  • Ab nun ist dein Blog in meiner “Blogroulade” verlinkt. Du bist mir wirklich sympathisch und ich mag deine Art, von deinem veganen Leben zu Schreiben :)

  • cheesy

    Rosi, ja das wäre dann der Vorteil davon…. aber der Rest ist halt nun mal nicht wirklich tierfreundlich:

    “Um einen Pfund Honig zu gewinnen, müssen die Bienen Pollen von 2 Millionen Blüten sammeln und mehr als 88.000 Kilometer fliegen. Der Honig wird von dem Imkern und Imkerinnen entnommen und durch eine billige Zuckerlösung ersetzt. Bei „Einmal“-Bienenstöcken werden diese vor dem Winter abgebrannt, die gesamte BienenstockbewohnerInnen umgebracht. Die Erreichung höchster Produktionsquoten ist für die Tiere mit erheblichen Leiden verbunden, brutale Maßnahmen wie das Ausreißen der Flügel bei der Bienenkönigin, künstliche Besamung oder Verschickung von einem zum anderen Standort per Post sind hierbei nur einige Beispiele.”

    Quelle: http://www.vegan.de

    @Katharina *freu* Danke!

    PS: Ab heute gibt’s uns auch auf Facebook:
    https://www.facebook.com/pages/cheesych/148960781874469

  • [...] ich von München (der Geburtstagsreise) zurückkam lag an meinem Platz ein mega cooles Geschenk: Geburtstagsgeschenk [...]

  • [...] bevor wir (eh) nach München fuhren, und lange nachdem ich bereits mein Geburtstagsabendessen im veganen Restaurant Max Pett [...]

  • cheesy

    Und für diejenigen die der ganze Reisebericht interessiert – er ist online :-)
    http://cheesy.ch/reisen/muenchen.htm

  • ich war dieses Jahr an meinem Geburtstag auch in München und dort gibt es wirklich viele tolle Restaurants, wo man hingehen kann als Veganer. Für’s nächste Mal vielleicht ein paar Tipps:

    http://veltenbummler.blogspot.de/2012/05/ja-mei-munchen-im-mai.html

  • cheesy

    Das sieht alles super aus! Ich war definitiv zu wenig lange in München :-)

  • [...] ich vorletztes Jahr >> in München war realisierte ich erst so recht, dass Veganer teilweise auch auf Alkohol verzichten, denn im Max Pett [...]

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