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Ethisch korrekt leben.

Warum wird man (und frau) vegan? Weil man so ethisch korrekt wie möglich leben möchte.
Witzigerweise stelle ich jetzt erst fest, dass mein aktueller Weg sich mit einem Buch deckt, welches ich vor ca. 4 Jahren gelesen habe. Das Buch ist geschrieben von Leo Hickman und heisst “Fast Nackt: Mein abenteuerlicher Versuch ethisch korrekt zu leben“.

Das Buch wurde von einem Journalisten geschrieben, der sich im Selbstversuch wagte, 1 Jahr lang ethisch korrekt zu leben. Was von Lebensmitteln über Reinigungsmaterial über Hausbau und Windeln quasi jedes Thema streift. Absolut unterhaltsam und enorm lernreich. Ich erinnere mich, dass mich das Buch damals sehr beeindruckt hat. Vielleicht lese ich es jetzt noch einmal :-)

Ein Thema welches der Autor damals aufgriff und welches mir im Hinterkopf hängengeblieben ist, ist dass er sich hat Biogemüse und -früchte nach Hause liefern lassen. Eine wöchentlich abwechselnde Überraschung: Man wusste nie was man erhält. Finde ich irgendwie witzig, kaufe ich doch auch immer etwa dieselben Dinge ein und bin zu oft zu wenig experimentierfreudig.

Ich habe ein wenig gegoogelt und ja, sowas gibt es auch bei uns in der Schweiz. Z.B. bei Biopac oder Bio-Direct. Mir gefällt die Vorstellung, dass ich mit Gemüse und Früchten beliefert werde, von denen ich nicht weiss, dass ich sie erhalte, und die in Bioqualität sind, regional und saisonal. Aber mein Mann meint, der Sinn von regional liege ja gerade darin, Transportwege zu sparen, und das widerspräche sich ja nun mit dem Paketversand. Von den Kosten mal ganz abgesehen. Sinnvoller sei es wie bisher in Migros und Coop die Bioprodukte zu kaufen.

Wie seht Ihr das?

11 comments to Ethisch korrekt leben.

  • erstmal “ethisch korrekt” geht gar nicht. irgendwo ist immer ein haken :-( man kann nur versuchen es so gut zu machen wie man kann.
    ich glaube das nimmt sich alles nicht viel. gut an biokisten finde ich, dass man einen kleinbetrieb unterstüzt und keinen großkonzern.
    das thema wurde auch mal auf utopia diskutiert: http://www.utopia.de/gruppen/essen-trinken-65/diskussion/biokiste-oekologisch-sinnvoll-4285
    find die beiträge aber jetzt nicht wirklich hilfreich…

  • Sahilee

    Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, haben wir auch einmal die Woche eine “Bio-Kiste” vom Biobauern bekommen. Bzw. handelte es sich dabei um einen Zusammenschluss von mehreren Biobauern aus unserer Gegend, die diesen Service angeboten habe.
    Die Bauern hatten eine kleinen Transporter, der zu einem bestimmten Wochentag die Abokisten in die entsprechenden Orte der Umgebung brachte (bei uns war das der Freitag). Der Lieferweg zu uns nach Hause war etwa 20km und es waren wirklich nur Dinge die vor Ort angebaut worden waren. Ich denke der Gedanke seasonal und reginal wird da sehr gut unterstützt.
    Die Kiste war auch immer eine Überraschung. Ich weiß noch das ich damals zum ersten Mal frische rote Beete, Petersilienwurzel etc. gesehen und zubereitet habe, denn in der Regel waren in der Kiste auch einfache Rezeptvorschläge für die enthaltenen Gemüsesorten :)

    Seit ich mit meinem Mann in Südbaden wohne kaufe ich mein Gemüse beim Bio-Markt um die Ecke (da kann ich gut zu Fuß hin, sind nur ein paar Minuten zu gehen) und ich weiß das deren Gemüse vom Biobauern aus dem Ort direkt neben uns stammt… der bietet übrigens auch so eine Abo-Kiste an, aber für zwei Personen ist das fast etwas zuviel. Wenn ich Kinder hätte, würde ich sowas sofort wieder machen ^^

  • Ich find die Biokiste super, kann sie nur selber nicht nutzen, weil ich nicht zu Hause wäre um sie entgegenzunehmen, die Lieferzeiten sind leider bei allen Angeboten in meiner Nähe nicht gerade kompatibel für Berufstätige…aber ich habe einen Bioladen um die Ecke, das geht auch :) Und ich mag die freundliche Art doch sehr. Heute hab ich Rucola kostenlos bekommen, weil er nicht mehr so frisch wirkte :D

  • cheesy

    Ja ich weiss, Mausflaus. Ich habe nur den Namen des Buches so übernommen ;-)

    Sahilee, das eine Angebot ist doch etwas mehr als 20km weit weg, da ich eher am anderen Ende des Kantones wohne. Von daher hat mein Mann vielleicht schon recht, dass der Weg dann wieder etwas sinnbefreit ist…?
    Es ist eigentlich eine gute Idee mal bei unserem Bioladen nachzufragen, ob sie vielleicht auch so etwas ähnliches anbieten? Wenn ich da bin ist die Auswahl jeweils sehr mager (oder bereits weg), das bringt mir oft nichts.

    …aber vielleicht ist Bioware aus dem Grossverteiler auch nicht das schlechteste? Denn dann gibt es dort auch eine Bio-Nachfrage und die Grossverteiler bauen diesbezüglich immer mehr aus? Hm…

  • Dagmar

    Sind denn eure Bio Sachen bei Migros und Coop denn regional? Denn Bio Gemüse aus Spanien etc. haben ja deutlich mehr Weg hinter sich als 20 km…..da macht die Biokiste deutlich mehr Sinn. Vor allem, wenn es dann noch saisonal ist! :)

  • Sahilee

    @cheesy: ah, dann ist es natürlich etwas anderes. Die Nachfrage beim Biomarkt ist bestimmt ne gute Idee. Vielleicht gibt es ja auch einen Biobauern in der Nähe, der einen kleinen Hofladen hat?

    Wie’s bei Migros und Coop aussieht weiß ich gar nicht. Aber der Hieber hier um die Ecke hat auch viel Biogemüse, das ist allerdings meist von weiter weg. Z.B. aus Spanien, Israel etc. und es ist eher selten was dabei, das aus der Nähe kommt. Ich könnte mir vorstellen, dass es bei coop und Migros vielleicht ähnlich ist.

  • Roksi

    Ich denke, dass 100% ethisch korrekt leben schwierig ist. Man müsste alles selbst anbauen und z.B. gar keine Bananen, Mandarinen, Kiwi essen… Aber man kann wenigstens versuchen, den geringsten Schaden zu verursachen ;)
    Wir haben ein Biokisten-Abo, da kommt regionales/saisonales Gemüse rein, und ist auch jede Woche eine Überraschung. Zwingt eben zur Kreativität, und ich habe dadurch auch Gemüse kennengelernt, das ich einfach so nicht gekauft hätte – Schwarzwurzeln, Mangold, schwarzen Rettich, Steckrüben…

  • cheesy

    Ich habe vom einen Lieferdienst Antworten auf meine Fragen erhalten:

    Sie würden uns direkt mit dem eigenen Hauslieferdienst im 2-Wochen-Rhythmus beliefern. Im Winter beziehen sie manchmal Produkte über Bio-Partner aus den umliegenden Ländern (Italien, Frankreich, Spanien) und beziehen Produkte wie Zitrusfrüchte oder momentan Broccoli, Blumenkohl aus Italien, da das Schweizer Sortiment im Winter ziemlich eintönig wird. Ab Frühling haben sie wieder ausschliesslich einheimische Produkte.

    Will heissen, dass es aktuell vermutlich biomässig in diesem Lieferdienst gar nicht viel anders ausschauen tät als bei Migros und Coop. Die Idee gefällt mir aber weiterhin und ich behalte sie im Hinterkopf.

    Roksi, genau das würde mir daran gefallen… Dinge ausprobieren zu ‘müssen’. Wobei… eigentlich kann man sich da ja auch einfach an der eigenen Nase nehmen und mal was einkaufen was man sonst nicht kauft, oder? :-)

  • Roksi

    Hihi, Cheesy das stimmt. Aber meistens ist man halt an seine Sachen gewöhnt, die man so kocht… Und hat keine Ideen (und keine Zeit!) nach Rezepten zu suchen, die ungewöhnliches Gemüse brauchen. Aber wenn es schon da ist, muss man halt – damit es nicht verdirbt! Es hilft, den inneren Schweinehund zu überwinden ;)

  • cheesy

    Kaufst Du dazu auch noch Gemüse sonst ein oder reicht Dir die Biokiste?

  • Roksi

    Je nachdem, was kommt, kaufe ich noch was dazu ein oder nicht – unterschiedlich.

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