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Ein veganes Tief.

Ihr habt es vielleicht gemerkt, ich bin ruhig geworden.
Die Woche war ziemlich arbeitsintensiv und ich hoffe sehr, dass es die nächste bereits nicht mehr ist.
Frau wird auch nicht jünger und verträgt das viele arbeiten nicht (mehr) ;-)

Vielleicht hängt mein veganes Tief auch damit zusammen, dass ich mich physisch und psychisch gestresst fühle.
Vielleicht ticke ich so, dass ich bei Stress gerne alles hinterfrage oder hinschmeisse?

Auf jeden Fall mehren sich bei mir Gedanken, die ich jetzt erstaunlich lange nicht hatte.
So stehe ich z.B. am Freitag vor dem – natürlich – nicht veganenen Dreikönigskuchen und hinterfrage mich, wozu ich das alles überhaupt mache. Mal abgesehen davon, dass es mir aktuell schwer fällt bei so einem Stück Leckerei Tierleid dahinter zu sehen, frage ich mich, was es der Welt nützt wenn ich kleines Menschlein dem Kuchen entsage. Keiner versteht mich wirklich und ich mache es ja irgendwie für mich selber. Oder merkt da draussen wirklich ein Tier dass es jetzt nicht mehr leidet weil ich nichts tierisches mehr esse? Nein :-(

Vor Weihnachten hatten wir einen Apero bei welchem es Sekt gab. Ich stand mit meinem Glas Leitungswasser da, weil ich mir nicht sicher bin, dass der Sekt nicht mit Gelatine geklärt worden ist. Was bringt das? Warum tut man sich das an hinter einem Sekt (oder Fruchtsaft, Wein etc.) Tierleid zu sehen? Wäre es nicht viel einfacher das alles genauso nicht wissen zu wollen wie 99,9% der Menschheit?

Nächsten Freitag werden wir unser nachträgliches Firmen-Weihnachtsessen haben. Die Personalchefin hat sich darum gekümmert, dass es für mich auch was gibt. So soll beim Buffet weder Salat noch Gemüse bereits eine Sauce drauf haben. Ja schön… ich werde also wenn ich Glück habe Öl für den Salat finden, Essig ja wiederum eigentlich nicht nehmen können (…die olle Gelatine wieder…) und als Hauptgang trockenes Gemüse ohne Sauce und ohne sonstwas. Wie traurig :-(

Und wozu das alles? Verändere ich irgendetwas damit?
Momentan fühlt sich die Antwort nach einem verzweifelten nein an :-(

Na, hat der Titel zuviel versprochen oder spührt Ihr mein veganes Tief?

27 comments to Ein veganes Tief.

  • Cornelia

    Liebe Cheesy
    Das verstehe ich voll und ganz.
    So Tage hat wohl jeder und jede.
    Ich finde deine Zeit als Veganerin hat sicherlich etwas gebracht.
    Ich beneide deinen Durchhaltewillen und deine Stärke.
    Momentan schaffe ich es nicht einmal vegetarisch zu leben, geschweige denn vegan.
    Doch bewundere ich alle, die das tun.
    Mach bitte weiter, oder mutier “wenigstens” wieder zur Vegetarierin.
    Du hast recht, so viele Menschen wollen vom Leid gar nichts hören und reden es sich schön.
    Bleib tapfer und stark. Ich danke dir dafür.
    Liebe Grüsse
    Cornelia

  • Corinna

    Hey Cheesy!
    Ich spüre dich…. Ich glaube, was du brauchst, ist mal so eine richtig vegane Schlemmorgie! Weisst Du, nur weil der grösste Teil der Menschheit blind durch die Gegend läuft und ignorant lebt, heisst das nicht, dass wir Veganer auf irgendetwas verzichten müssen! Mach am nächsten Dreikönigstag selbst einen Dreikönigskuchen, nimm stinkfrech eine eigene Sauce an’s Nachweihnachtsessen mit….
    Klar, die Kuh auf der Weide kuckt dich beim vorbeilaufen nicht an und denkt “danke Cheesy, dass du mich nicht leiden lässt”, aber jedes einzelne bisschen nützt der oder einer anderen Kuh (um mal beim Bsp. der Kuh zu bleiben).
    Nebst dem ethischen Aspekt (also der Kuh, die nicht leidet) – denk auch an deine Gesundheit! Denk an die Umwelt! Und denk immer daran: “as far as possible and practiable”. Ich bestelle im Rest. auch Salat mit Öl und Essig ohne das ich weiss, ob der Essig nun zu 100% vegan ist oder nicht. Manchmal darf man ruhig etwas Pragmatismus an den Tag legen….
    Und triff dich unbedingt mit anderen Veganern, die Spass haben an der Sache! Ich hoffe, dass wir bald unser nächstes lustiges Vegi-Treffen haben – dann musst du unbedingt auch kommen. Das musst Du erlebt haben…
    Liebe Grüsse

  • Hm in der normalen Welt hat man es als Veggie nunmal schwer. Ich denke auch, dass man vielleicht ein paar Abstriche hinnehmen muss (was die Gelatine angeht zum Beispiel) Man kann sich nur stückweise der Sache annehmen, und vielleicht bist du in sehr kurzer Zeit schon viel zu weit gegangen, was bewundernswert ist, aber auch die Rückfallquote erhöht. Man sollte dem Veganismus Schritt für Schritt begegnen und kann nicht erwarten, von 0 auf 100 allem entsagen zu können. Zum Beispiel habe ich zwar sonst keinen Glühwein, Wein oder Sekt getrunken, aber zu Weihnachten bei meinen Ellis schon – auch wenn der vielleicht mit Gelatine geklärt wurde. Ich denke, man muss dem auch Respekt zollen, dass man nur ein Mensch ist und nicht allen Gewohnheiten und Traditionen auf einmal entsagen kann. Und wie selbst Marcus Pierschel in dem Standardwerk “Vegan!” schon schreibt: Es geht nicht um Perfektion!

  • Mami

    Ich möchte Jane voll und ganz zustimmen. Vielleicht wäre es einfacher, ab und zu ein paar Abstriche zu machen, wenn es zu kompliziert wird. Du hast in dieser kurzen Zeit so viel erreicht und kannst voll stolz auf dich sein. Aber mit Verbissenheit alles ganz genau durchzusetzen, kann man gar nicht immer und es ist sehr schwer. Genau wie Jane sagt beim Essig. Oder bei einem Glas Wein oder Sekt. Du darfst ein ruhiges Gewissen haben, du warst bis jetzt so stark und für dich auf dem richtigen Weg. Es ist doch wie beim Abnehmen: Es funktioniert prima, bis mal ein Tief kommt und man Schokolade und alles isst, was einem in den Weg kommt und dick macht. Und statt dass man dann aufgibt, denkt man am besten, was solls, das war jetzt einmal, ich probier nun wieder abzunehmen und fall nicht ins alte Strickmuster zurück. Und genau das hilft dann auch. So nach dem Motto, einmal ist keinmal, nur nicht aufgeben, wenn man überzeugt ist von etwas.
    Kopf hoch, i ha di gärn!

  • cheesy

    Ich glaube ein Hauptproblem liegt darin, dass bei den Lebensmitteln wie Milch und Eier das Tierleid nicht so direkt sichtbar ist wie bei Fleisch: Fleisch = Tier musste sterben. Aber die Milch und die Eier sind ja a) im Produkt versteckt und b) sieht man die tierquälerische Haltung und all ihre Facetten nicht so direkt. Man weiss um sie… und kann dann eigentlich auch nicht mehr anders leben. So geht es mir zumindest.

    Von daher: Nein, ich will nicht zurück zum “nur” Vegetarier (geschweige denn zum Fleischesser, das könnte ich nie mehr im Leben!).

    Corinna, hm… ja vielleicht würde das helfen :) Also sowohl die Schlemmorgie wie auch wenn ich mehr Veganer in meinem Umfeld hätte als… ähm… keinen ;) Wobei mein Schatzi ja quasi zum Homeveganer mutiert ist…

    Jane… gibt es ein “viel zu weit” gehen denn wirklich? Wie kann ich denn Wein trinken und Essig zu mir nehmen wenn ich doch WEISS, dass er nicht vegan ist? Solange ich etwas nicht weiss, oder zumindest nicht bewusst wahrgenommen habe, geht es. Aber wenn ich es schwarz auf weiss vor mir habe, verinnerlicht habe… dann kann ich das nicht mehr konsumieren. Das ist für mich und wie ich denke total unlogisch. Aber ja, natürlich macht es das etwas schwer *seufz* Aber es ist wie es ist, Abstriche sind für mich nicht möglich. Wenn ich mich für etwas entscheide, dann richtig. Es geht dabei auch nicht um Verbissenheit. Es geht darum, dass ich etwas gelernt habe und für mich klar bestimmt habe “das will ich nicht mehr”. Nun muss ich sehen wie ich damit zu recht komme. Aber: Ich will kein “einmal ist keinmal” :-(

    Cornelia, darf ich fragen warum für Dich ein vegetarisches Leben nicht klappt?

  • Iwon

    Liebe Cheesy,

    Ich bin jetzt grad recht traurig, dass du so einen “Einbruch” hast :-( Wenngleich ichs nachvollziehbar finde – ist vielleicht doch etwas radikal, so alles auf einmal? (nicht hauen!!) Aber wie andere schon schrieben: Vielleicht lieber erstmal wieder ein paar Abstriche machen und nicht gleich ALLES von dir und deinem Umfeld fordern? Mehr so süüüferli? :-) Ich weiss schon, dass sich das mit der Philosophie “dahinter” nicht vereinbaren lässt – aber wenn du zu viel auf einmal willst, dann passiert wohl genau das, was grad passiert: Frust :-( Dabei warst du doch so beschwingt und so voller Elan – mach weiter, ja? Aber vielleicht nicht alles JETZT? :-)

    Du fragtest, ob du “irgendetwas veränderst damit”. Ja. Es gibt dank dir nun einen Fleischfresser weniger als vorher. Und dieser Ex-Fleischfresser (ich :P ) wird vielleicht wieder einen mehr überzeugen. Und darüber nachdenken, was er neben Fleischkonsum sonst noch verzichtbar findet, wenn er genauer drüber nachdenkt. Aber wir können die Welt nicht JETZT verändern. Nur süüüüferli. Und du trägst dazu eine riesige wichtige Menge bei. Ich zumindest bin dir sehr dankbar.

    Und du weisst selbst: Wenn keiner was tut, wird sich nix ändern. Wenn aber viele einzelne was ändern, dann können wir alle gemeinsam vieles ändern. Fühl dich bitte ermutigt :-)

    Den Vorschlag an einem Vegi-Treffen teilzunehmen, damit du mehr Gleichgesinnte kennenlernst, finde ich super! (dürft ich auch kommen? So als Newbie in der wenn auch nicht veganen aber doch immerhin Vegetarier-Welt? *schäm* Fänd ich super :-) )

    Mach weiter, liebe Cheesy!

  • Cornelia

    Liebe Cheesy
    Gute Frage, warum schaffe ich es nicht Vegetarierin zu sein?
    Diese Frage kann ich auch so stellen, warum schaffe ich es nicht abzunehmen?
    Ich bin nicht so zielstrebig wie du, dies gewiss ein Grund.
    Wenigstens esse ich momentan quasi “nur” schweinefleisch.
    Aber die armen Schweine tun mir auch leid.
    Alles was aus dem Wasser (Fisch und Co.) stammt, habe ich seit jeher nicht zu mir genommen.
    Zudem habe ich auch noch nie Geflügel gegessen.
    Auch Wild und “exotische” Tiere habe ich noch nie gegessen.
    Warum komme ich nicht los vom Schweinsniersteak?
    Das hätte ja auch den Nebeneffekt abnehmen zu können, denke ich.
    Ich muss mich Schritt um Schritt daran wagen.
    Deine Beiträge helfen sehr.
    Ich habe schon viele “Oh Schreck, aha so ist das” gehabt.
    Wenn man von dem Schrecken weiss, muss man wirklich auch handeln.
    Da hast du vollkommen recht.
    Ich danke dir herzlich.
    Liebe Grüsse und mach wirklich weiter, auch mit deinen Beiträgen.
    Cornleia

  • Sandra

    Ich glaube man sollte hier auch die Außenwirkung nicht vernachlässigen. Natürlich darf man deswegen bei gesellschaftlichen Anlässen nicht offensichtlich unveganes wie Milch oder Eier essen, aber Wein/Essig etc. finde ich da eher unbedenklich. Denn der Eindruck des traurig in der Ecke sitzenden Veganers mit Leitungswasser und Salat ohne Dressing… hm, wen sollte das dazu bewegen sich mit der Veganidee auseinander zu setzen? Das wirkt doch eher abschreckend. Ich glaube da bringt ein wenig Lockerheit im Endeffekt vielleicht mehr als verbissen jedes noch so kleine Unvegane zu boykottieren.

  • PD

    Liebe Cheesy,
    ganz kurz hatte ich vorhin (um Dich) Angst – jetzt, nach dem Lesen Deines Kommentars, nicht mehr. Du bist stark genug, mit allen Schwierigkeiten fertig zu werden und nicht “umzufallen”, da bin ich mir sicher!
    Ich muss Dir schon mal was erzählen, was ich evtl. in Bingos Tagebuch und vbn noch posten werde: Gestern Abend, als es Dir schon wieder besser ging, hatte ich ähnliche Gefühle. Ich hatte bei mir im Laden meinen “Veganer Laden-Abschieds-Brunch” (ja ja, eine Ära geht zu Ende) mit ganz wenigen Veganern, ein paar Vegetariern, einigen Möchtegern-Veggies und ein paar “eingefleischten” Unveggies, insgesamt mit Kindern und Hunden etwa 30 Tiere :-) . Diese Art von Veranstaltungen organisiere ich immer mal wieder, weil ich denke, dass ich auf diesem Weg etwas zur Tierleidreduzierung beitragen kann. Natürlich entwickeln sich irgendwann dann Diskussionen (von mir “Stänkerer” angezettelt), die mich unglaublich viel Kraft kosten (denn die “Bambi-Veggies” halten sich i. d. R. raus und die Unveggies formieren sich, sobald sie merken, dass sie die schwächeren Argumente haben, schon mal zu einer Front gegen mich). Das Ganze kann natürlich auch nach hinten losgehen, wenn ich nicht gut genug drauf bin …
    So ging es gestern vorrangig um das Thema Respekt/Toleranz/Akzeptanz/Verständnis – mir wird immer wieder vorgeworfen, ich würde den Unveggies, obwohl sie mich und meine Einstellung respektieren, tolerieren, akzeptieren und verstehen, nicht das Gleiche entgegenbringen. Sie haben Recht, denn ich VERSTEHE in vielerlei Hinsicht das Verhalten von Unveggies, kann es nachvollziehen und muss es bis zu einem gewissen Grad auch AKZEPTIEREN und hinnehmen, sonst gibt es bald keine Leute in meinem Umfeld mehr, die ich “missionieren” kann. Aber ich bin NICHT dazu bereit, Tierleidunterstützung zu TOLERIEREN und schon gar nicht zu RESPEKTIEREN! Insofern stehe ich dazu, intolerant zu sein …
    Du kannst Dir vielleicht vorstellen, wie es gestern weiter ging. Mir ging es nicht so gut, war also nicht besonders gut drauf und im Verlauf der Diskussion immer uncooler. Abgesehen davon, dass das “Uncool-Sein” zwar authentischer, aber strategisch und taktisch ungeschickt ist, habe ich mich immer mehr über mich selbst geärgert …
    So habe ich dann abends völlig platt und niedergeschlagen im Bett gelegen, an mir gezweifelt und mich gefragt, warum ich mir das alles antue!?
    Heute weiß ich wieder, warum und wofür sich alles lohnt: FÜR JEDEN EINZELNEN SEESTERN :-) (Siehe http://world-of-pd.blogspot.com/p/uber-dieses-blog.html (Seesterne))
    Liebe Grüße, PD
    Mach` weiter so, Cheesy, die Welt braucht Dich!

  • liebe cheesy,
    wenn du vegan bist, rettest du 100 tiere im jahr. sagt man, ich selbst habe es nicht nachgerechnet. kann dir nur von mir schreiben: ich könnte es nicht mehr mit meinem gewissen vereinbaren, milch zu trinken oder eier zu essen. klar, geht bei einem salatdressing die welt nicht unter. aber nach einem jahr vegan, bin ich mir ziemlich sicher, dass mir total übel davon werden würde. und du musst ja das vegansein und tierleid ersparen nicht auf den tag oder die mahlzeit, sondern auf dauer sehen…
    vielleicht holt dich das aus dem tief hoch? so ein bissi, zumindest?
    fühl dich gedrückt,
    die claudi

  • cheesy

    Bevor ich auf Eure Antworten noch eingehe kurz der Querverweis auf meine Facebook-Seite, auf welcher Alexander mir (auch) sehr weise Worte übermittelt: https://www.facebook.com/pages/cheesych/148960781874469

  • cheesy

    So, nun:

    Ich danke Euch für Eure Worte und Anteilnahme! Sie helfen mir mehr als Ihr vermutlich denkt!
    Heute Morgen stand ich vor unserem “Znüniwagen” und begutachtete die Ware… da ist quasi nichts für einen Veganer mit dabei. Das frustriert schon irgendwie. Denn man kasteit sich selber indem man sich diese Regeln auferlegt und es sich selbst schwer macht. Das braucht an einigen Tagen (so wie aktuell) schon mehr Durchhaltevermögen als an anderen… Wie gerne hätte ich heute Morgen das Selleriebrötchen gekauft und ein Comella dazu. Aber nein… Es geht nicht. Versteht Ihr? Ich kann nicht. Nicht weil ich mich wegen Euch schämen würde dies einzugestehen, sondern ich würde mich mir selber gegenüber schämen. Bei klar unveganen Sachen kann ich einfach kein “einmal ist keinmal” machen, das ist für mich sinnbefreit. Wo ich evtl. lockerer werden muss, werden kann sind die schwammigen Dinge wie Essig/Wein/Getränke etc. Da muss ich mal mit mir selber ins Reine finden was für mich geht und was nicht…

    Aber im Grossen und Ganzen: Der Schritt war nicht zu radikal. Vegan sein definiert sich nun mal dadurch, so weit wie möglich keine tierischen Produkte zu sich zu nehmen. Und auf das unvegane Praliné genauso zu verzichten wie auf das unvegane Schnittchen ist nun mal möglich und es wäre lächerlich, so etwas zu sich zu nehmen und sich vegan zu nennen.

    Ergo: Will ich Vegetarier sein der meist vegan lebt? Oder will ich Veganer sein?

    Iwon, Du ahnst nicht wie sehr es mich motiviert, dass ich Dich durch meine Welt beeinflussen konnte, beeinflussen durfte. Es gibt quasi kein schöneres Kompliment als wenn jemand sagt “hey, du hast mir die Augen geöffnet, ich will auch etwas ändern”. Ich danke Dir dafür meine Liebe!

    Cornelia, mach Dich nicht zu klein. Ich bin auch in vielem nicht zielstrebig! Hatte mein Physio mir vor Jahren schon gesagt, dass ich dringend Muskelaufbau betreiben muss, so hielt ich das gerade mal wenige Wochen durch. Und jetzt? Ich weiss es. Genauso wie Du vermutlich weisst, dass ein Stück Schweinefleisch ein härziges Schwein ist. Ich weiss dass ich ungesund lebe weil ich meinen Körper diesbezüglich vernachlässige. Und tue trotzdem nichts. Warum? Du siehst… die Frage die ich Dir in Bezug auf ein vegetarisches Leben stelle, kann ich mir auch selber stellen. Ich bin nicht besser.

    Sandra, auch Du hast vollkommen recht… wenn man sich nicht zuhause mit tollen Sachen arrangieren und zeigen kann, wie läss veganes Leben ist, sondern eben auswärts is(s)t und dies und jenes nicht zu sich nehmen will, dann zeigt das schon ein trauriges Leben voller Verzicht. Und doch… etwas unveganes zu sich nehmen nur um zu zeigen, dass man nicht verzichtet man ja auch keinen Sinn. Denn es ist halt nun mal gegeben, dass die Welt da draussen zu 80% unvegan ist…

    PD, danke für Deinen Text! Er hat mich massiv berührt!
    Und ich kann Deine Gedanken ja sowas von nachvollziehen! Die Diskussion über Toleranz, Akzeptanz, Hinnehmen etc. führe ich auch immer wieder und ich sehe es ganz genauso wie Du! Auch an Dich: Du liegst genau richtig, lass Dich von den anderen nicht kirre machen! Ich hoffe, es geht Dir inzwischen wieder besser?
    (Btw.:…veganer Laden??)

    Claudi, mir ging das mit Fleisch ziemlich bald so… nur der blosse Gedanke daran liess mir Übelkeit hochsteigen. Aber an einigen Tagen sehe ich bei Milch-/Eierprodukten die verarbeitet worden sind die Milch/Eier dahinter nicht… ergo die Tierquälerei nicht… und an solchen Tagen fällt mir irgendwie alles sehr sehr schwer :-(

  • PD

    Liebe Cheesy,

    um mich brauchst Du Dir keine Gedanken zu machen – ich bin unglaublich zäh (und manchmal auch störrisch) und hart im Nehmen! Freiwillig (und glücklicherweise ist und wird in unseren Breitengraden ja niemand dazu gezwungen, Tierliches zu (be)nutzen) werde ich in diesem Leben nur noch Pflanzliches konsumieren …

    Und wenn es mir mal richtig schlecht geht, schau` ich einfach bei Dir vorbei, und schon geht `s mir wieder besser :-)

    Meinen (ehemals Koblenz` schönster und auf der Welt einmaliger) Gebrauchtwarenvermittlungs-Laden werde ich in nächster Zeit (mit einem lachenden und einem weinenden Auge) aufgeben, um mich den wichtigeren Dingen des Lebens vermehrt widmen zu können – z. B. dem ersten Koblenzer Veggie-Café (mit ausschließlich veganen Sachen, versteht sich) … :-)

  • Ronja

    Hallo Cheesy,
    erst ma grosses Lob für deinen Blog!!!Lese ihn nun schon seit einigen Monaten und kann mich in sehr vielen deiner Texte wiederfinden….es tut gut zu wissen dass man nicht alleine ist mit dem Ganzen was man so denkt und fühlt!!
    Es tut mir Leid zu lesen dass du dich grad in einem veganen Tief befindest und hoffe dass es schnell vorbei geht…auch mir fällt es oft schwer hinter einem tollen Schokokuchen das Tierleid zu sehen;o)
    Ich glaube jeder muss für sich selber einen Weg finden wie er/sie sein “veganes” Leben führen bzw.definieren will und es sollte jedem einzelnen egal sein was ein/e andere/r “VeganerIn” darüber urteilt….
    Ich habe für mich entschieden dass ich die “Tierquäl-und -ausnutzindustrie”nicht mehr unterstützen will,das bedeutet für mich dass ich keine Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen kaufe(ausser vielleicht mal Schuhe aufem Flohmarkt ect.) und wenn ich auswährts essen gehe keine tierischen Produkte konsumiere…desweiteren möchte ich keine Sachen mit tierischen Inhaltsstoffen geschenkt bekommen!!
    Am Sylvester war ich bei Freunden zum Essen eingeladen (1 Vegetarier,alle anderen Fleischesser)und es gab Raclette!Natürlich hätte ich den Käse boykottieren sollen…aber ganz ehrlich,wenn ich 1-2 Scheiben davon esse (und nicht 10!und das ganze nur einmal im Jahr!!!)bin ich dann eine schlechte Veganerin???
    Wenn ich diese eine Scheibe nicht gegessen hätte,hätte sie mein Nachbar gegessen…dies soll keine Ausrede sein,aber es hätte keinem Tier das Leben schöner gemacht…Mir war es in dieser Situation viel wichtiger darauf hinzuweisen dass ich das ganze Jahr über diese Industrie nicht unterstütze und Gründe aufzuzeigen wieso ich das tue…um deutlich zu machen was für sie normal ist und für mich die ABSOLUTE Ausnahme!!!
    Ich bin der Meinung dass man gefrustet in der Ecke sitzend mit ner Schüssel “Salat-ohne-Sosse” vor sich nichts erreicht und sich selber damit auch nix Gutes tut…aber dass sollte jeder für sich entscheiden!
    Viele werden jetzt warscheinlich der Meinung sein,dass ich eine schlechte Veganerin bin oder dass ich gar keine bin…das ist mir egal,denn ich bin trotzdem der Meinung dass ich mit meinem Konsumverhalten vieles richtig mache(Ohne Anspruch auf Perfektion)!
    Liebe Grüsse

  • Roksi

    Huhu liebe Cheesy,
    Du machst das sooo toll, Hut ab. Wirklich! Du hast Dich nun wirklich “von heute auf morgen” geändert (also von Vegetarierin zu Veganerin), das ist schwer… Sich aber unter Druck zu setzen, alles perfekt zu machen, also auf Biegen und Brechen kein Salatdressing nehmen oder sowas, ist vielleicht erstmal zu hart? Ich esse selten auswärts, und beim Raclette mit Freunden nehme ich eigenen veganen Käse mit… Aber wenn meine Mutter (Teilzeit-Veganerin) einmal im Jahr nach einem ganz alten Rezept eine Torte macht, esse ich aus Höflichkeit ein gan kleines Stückchen davon. Macht es mich zu nicht-Veganerin? Ich halte Katzen, die Fleisch essen (und ich bin der Meinung, dass sie auch Fleisch brauchen, als kleine Raubtiere); da mache ich ja bei der Fleisch-Industrie mit, so sehr leid es mir tut, mit der Bewußtsein der moralischen Zwiespalt. Macht es micht zu nicht-Veganerin?
    Die Welt ist leider selten schwarz-weiß. Man muss sich bemühen, so wenig Schaden und Leid anzurichten wie es nur geht; aber um es (vielleicht) perfekt zu machen, müsste man komplett sein eigenes Korn und Gemüse anbauen.

    Wegen des Essens auf der Arbeit: ich nehme mein eigenes leckeres Essen mit, komplett vegan. Samt Stückchen veganer Schoki ;) So kann ich in der Kantine mit den Kollegen zusammensitzen, und auch Mittag essen, und habe keine Gelüste. Versuch es doch auch :) Es gibt viele Gerichte, die auch kalt schmecken. Mach Deinen eigenen Dreikönigskuchen, und zeige den Omnivoren, wie lecker es ist.

    Wegen der Toleranz gegen den Omnivoren – da bin ich auch intolerant. ABER! Ich bin vorsichtig mit dem “missionieren”, weil sich die Omnivoren oft barrikadieren. Und ich weiß dass ich selbst viele, viele Jahre weggeschaut habe und Fleisch gegessen habe. Man darf die Leute nicht überrennen weil, wie PD schon schrieb, da kann man ganz allein enden, ohne Leute die man (auch wenn langsam, mit eigenem Vorleben und dezentem “missionieren”) zum Überdenken der eigenen Lebensweise überzeugen kann. Es ist mühsam, und ich bin manchmal auch müde. Dann sage ich mir, dass ich nicht die Welt retten kann; aber jede Kleinigkeit zählt. Und jeder soll machen und tun, so viel er/sie kann. Nicht jeder Mensch ist aber gleich stark. Wichtig ist, dass man nicht nur denkt, “jemand muss was tun”, sondern dass man es sich bewusst macht, dass man selbst dieser “jemand” ist – aber im Rahmen des Möglichen, was von Person zu Person unterschiedlich ist.

    Lass Dich drücken. Du bist superstark! Es ist ja in Ordnung, dass es Dir manchmal schwer fällt; aber Du lässt nicht nach. Das ist Stärke. Weißt Du, so wie mutig zu sein bedeutet nicht, keine Angst zu haben – aber diese Angst zu überwinden.

  • cheesy

    Oh PD, gib Bescheid wenn es das gibt, dann mach ich einen Ausflug nach Koblenz :-)

    Danke Ihr allen für Eure Antworten, die ich äusserst intressant fand. Sie haben mir in den letzten Tagen geholfen meine für mich veganen Grenzen zu ziehen. Dazu folgt gleich ein neuer Blogbeitrag. Bitte nicht böse mit mir sein, wenn ich die käse- und tortenessenden Veganer nicht so ganz verstehe… ein jeder zieht seine Grenze vermutlich anders, für mich ist sie klar vor dem Käse und der Torte. Das macht keinen zu einem schlechteren oder besseren Menschen, für mich ist einfach die Definition des Veganismus härter auszulegen…

    Ronja, ich kann nicht verstehen wie Du den Käse essen konntest, ganz ehrlich. Zumal ich mir in meiner Rolle als Veganer auch irgendwie lächerlich vorkommen würde vor meinen Freunden. Wie sollten sie mich als Veganer ernst nehmen wenn ich bei der erstbesten Gelegenheit dann doch zugreife beim Raclette? Finde ich schon etwas sehr ‘entgegenkommend’…
    D.h. nicht dass ich es nicht super finde, dass Du quasi das ganze sonstige Jahr vegan lebst und Dir Gedanken machst, das ist toll!! Aber ich bin gegen die “einmal ist keinmal”-Mentalität, verzeih…

    Roksi, also normal essen auf Arbeit ist eigentlich auch kein Problem. Es ist mehr blöd bei speziellen Anlässen, aber die gibt es ja auch nicht am laufenden Band. Schwieriger sind halt auch sonstige Aktivitäten, gerade jetzt im Winter, wo auswärts immer alles mit einem Fondü verbunden ist *seufz* Da ist man schon ein wenig die Spassbremse… und wenn man es dann eigentlich geschmacksmässig ja noch gerne hätte… seufz… Ich hoffe, das vergeht…

  • [...] unterste bitte. » Auf der suche nach der (veganen) Grenzlinie. In meinem Blogbeitrag “Ein veganes Tief” kamen interessante Antworten, vor allem haben sie mich die letzten Tage intensiv darüber [...]

  • PD

    Liebe Cheesy,

    selbstverständlich werdet Ihr als Ehrengäste eingeladen … :-)

  • achim-david

    salü cheesy.

    ich empfehle dir auch, dich ab und zu mit veganern zu treffen. denn dort kannst du abschalten, dich mit energie volltanken und kontakte knüpfen. ich finde das ist seeehr wichtig!
    ich denke die vegane gesellschaft schweiz kennst du ja. die machen ab und zu was. in bern gibt es eine recht aktive truppe: tier-im-fokus.

    so werden deine tiefs weniger und weniger und du wirst in deinem vegan-sein immer sicherer!

    und als kleine aufmunterung ein top-vortrag von einem tierrechtler (70min): http://www.youtube.com/watch?v=9d44U5pvTmU

    apropos, ich habe mich anfangs dieses jahres entschieden, dass ich nicht mehr mit leuten am selben tisch essen will, die tierische produkte essen. denn ich möchte mein essen in ruhe, harmonie und friedvoller stimmung einnehmen. hab mir das lange hin und her überlegt und schlussendlich einen bauchentscheid getroffen. denn ich will es einfach nicht mehr und schluss.

  • Iwon

    Zitat von achim-david: “apropos, ich habe mich anfangs dieses jahres entschieden, dass ich nicht mehr mit leuten am selben tisch essen will, die tierische produkte essen. denn ich möchte mein essen in ruhe, harmonie und friedvoller stimmung einnehmen. hab mir das lange hin und her überlegt und schlussendlich einen bauchentscheid getroffen. denn ich will es einfach nicht mehr und schluss.”

    Oha. Du verstehst aber schon, dass solche Haltungen genau nicht dazu beitragen, dass man ins Gespräch kommt? Also – bei aller Offenheit muss ich sagen: Dann setz dich gern weit weit weg von mir ;-)

    Ich hoffe, Cheesy, dass du nicht SO radikal wirst. Engagiert und überzeugend: Ja, bitte weiterhin!! <3 Aber man sollte dem Dialog doch weiterin zugetan sein. Find ich.

  • cheesy

    achim-david, ja, andere Veganer treffen würde effektiv helfen. Und sobald ich nicht mehr so gehetzt bin muss ich unbedingt an ein Treffen der VGS gehen. Es gibt auch in Zürich einen veganen Stammtisch.

    Betreffend nicht am selben Tisch sitzen… ja, manchmal ist das einfacher, wie Du sagst friedvoller. Aber bedenke: Eine jede Konfrontation mit einem Nicht-Veganer gibt Dir auch die Chance, etwas in einem anderen Menschen zu bewegen. Und sei es auch nur ein wenig. Ich weiss, man mag die Diskussionen nicht immer und ich gehe ihnen oft auch aus dem Weg. Aber es wäre schade wenn sich Veganer von der restlichen Welt derart abkappseln würden.

  • achim-david

    wenn ich esse, dann esse ich und will nicht diskutieren. und beim essen eine konfrontative diskussion zu führen … na ja, da geniesse ich lieber das essen.

    doch ich mache auch bei aktionen auf der strasse mit, und da diskutiere ich gerne mit den leuten.
    aber eben, essen ist essen, diskutieren ist diskutieren …. für mich.

    vielleicht sehn wir uns ja mal bei nem anlass der vgs. ich würde dir aber auch das hier noch empfehlen: http://www.tier-im-fokus.ch/festif/festif_5/

    achim-david

  • cheesy

    Stimmt, hast Du natürlich auch recht. Ich versuche eh auch gerade beim Essen Diskussionen zu vermeiden. Irgendwo bin ich mal über einen “Leitfaden” gestossen in welchem Stand, man solle nie beim Essen über Veganismus diskutieren weil das Gegenüber sich dann nur noch mehr rechtfertigt weil es ja gerade ein Stück totes Tier auf dem Teller hat.

  • Seh ich auch so, beim Essen nicht diskutieren. Umso angegriffener fühlt sich der Omni, weil er in dem Moment seine Entscheidung ja nicht rückgängig machen kann. Lieber später mal in Ruhe.

  • Roksi

    Ich habe auch mittlerweile gelernt, beim Essen zu sagen, dass eine Diskussion unpassend ist, aber dass ich bereit bin, später darüber zu diskutieren. Finden alle immer in Ordnung.

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