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Der perfekte Veganer.

Veganer sind die Superheros auf Erden. Veganer gehen in ihrem Leben überall den ethisch korrektesten Weg. Veganer achten auf alles was anderen Menschen, Tieren, Pflanzen oder der Umwelt schaden könnte. Veganer sind schlichtweg perfekt.

So scheinen zumindest die Anforderungen an uns Veganer zu sein, wie sich in einigen Gesprächen immer wieder herausstellt. Irgendwie muss es Hand in Hand gehen, dass wenn man Tiere achtet und sie nicht quälen/töten/essen will, dass man dann auch nicht Flugzeug fliegt, Auto fährt, Müll immer trennt, bzw. am besten wohl gar keinen Müll hat, immer nur duscht statt in der Badewanne Wasser zu verschwenden, alle Menschen mag egal wie fies sie sind, nie böse Worte benutzt, nur Biokleider kauft, generell immer genau weiss woher die Ware kommt die man kauft, keine Nestlé-Produkte unterstützt, nur Stromsparlampen besitzt oder noch besser nie im Internet ist um Strom zu sparen ;-) und und und und…

Wie jetzt, auf all das müssen Veganer achten?!

Zum staunen, Haare raufen und grummeln...

Zum staunen, Haare raufen und grummeln...

Es mutet schon recht strange an, dass Menschen die sich sonst wenige bis keine Gedanken machen uns Veganer, die sich sowieso viel zu viel Gedanken machen, aufzeigen wollen, wo wir nicht perfekt sind. Als ob wir das nicht wüssten. Es ist ja auch verdammt schwer. Das Ausmass eines ethisch korrekten Lebens zeigt Leo Hickman in seinem Buch “Fast nackt. Der Versuch ethisch korrekt zu leben.” Das geht von der WC-Spülung mit Regenwasser über die abwaschbaren Windeln hin zu rein regional eingekauften Produkten und noch viel weiter. Ein echt interessantes Buch, kann ich empfehlen!

Nun, seit ich vegan lebe habe ich effektiv auch für sonstige essentielle Dinge des Lebens meine Augen weiter geöffnet. Auch wenn das nicht die Definition von Veganismus ist. Aber ich sehe viel mehr, wo ich Dinge ändern könnte um mir oder meinem Planeten mehr Wohlbefinden zu bringen. Aber alles einfach so umzusetzen ist nicht wirklich einfach. Wichtig ist, dass man mit kleinen Schritten immer vorwärts geht. Perfekt ist niemand. Nicht mal Veganer ;-)

Was ich umzusetzen versuche ist, mehr Müll zu trennen. Und ihn auch öfters zu entsorgen, damit nicht wie letztes Mal der Herr neben mir denkt, ich füttere eine ganze Katzensiedlung durch weil ich soviele Dosen entsorge ;-)

Alusammlung

Alusammlung

Ich fahre ein Auto, welches wenig Sprit verbraucht. Und ja, das ist bewusst so eingekauft worden, hatte ich zuvor zwar auch Kleinwagen aber 2l GTIs ;-) Klar fände ich den neuen Toyota GT86 cooler… aber sind wir ehrlich, es braucht kein solches Auto und der Umwelt und dem Geldbeutel tut ein Kleinwagen einfach besser.

Toyota Yaris mit 1,3 l Motor und 88 PS

Toyota Yaris mit 1,3 l Motor und 88 PS

Ich versuche weniger zu fliegen, seit ich realisiert habe, dass mein Fussabdruck sich durch das vegane Leben zwar verringert, durch die Fliegerei aber wieder in unendlich grässliche Höhen geschleudert wird. Das ist mit ein Grund weshalb die Ferienplanung 2012 uns zu Autoreisen nach Österreich gebracht hat anstelle eines Fluges auf eine Insel.

Sommerurlaub in Österreich

Sommerurlaub in Österreich

Das sind nur einige Beispiele, die ich versuche umzusetzen. Und mir ist bewusst, dass es unendlich viel mehr zu tun gibt. Aber warum beginnen wir nicht alle einfach mal, statt nur zu schauen wie weit der andere schon ist? :-)

12 comments to Der perfekte Veganer.

  • Iwon

    Liebe Cheesy <3 vielleicht beginnen andere nur an anderen Enden? Versteh mich bitte richtig: Natürlich ist es albern, wenn weniger bewusste Menschen erwarten, dass Veganer ALLES perfekt machen *ächz*. Aber vielleicht tun Nicht-Veganer zumindest teils in anderen Bereichen konsequenter schon mehr? Vielleicht sind Nicht-Veganer auch nicht alles nur dumme Trolle? ;-) Nur wenn sie so doofe Erwartungen haben – dann sind sies definitiv :P Ich wünsche mir auch eine perfekte Welt angefüllt von Liebe, Rücksicht und naja allem, was man sich halt so wünscht. Nur: Du hast deinen Zugang, der richtig und überzeugend ist – andere haben ihren, der auch nicht nur doof sein muss <3 Doof ist nur, wenn man gar keinen hat :-(

  • cheesy

    Versteh mich richtig, von Menschen die in ihrem Bereich (der ein anderer sein kann als den auf den ich mich fokussiere) etwas tun, also viel (!) tun, das finde ich sehr interessant und lasse mir auch gerne Denkanstösse geben. Mein eigener Mann ist da ja ein schönes Vorbild, der mir aufzeigt dass es ohne Auto geht und der mich bei meinen Ferienplänen auch immer wieder mal am Ohr nimmt und mich daran erinnert, wie schädlich fliegen ist.

    Aber meist sind die Menschen, die mir erklären was ich alles falsch mache Menschen, die mir so gar nichts aufzeigen können, was sie tun um ethisch korrekt(er) zu leben. Und das finde ich schon sehr sehr strange.

    Aber selbstverständlich sind Nicht-Veganer nicht alles dumme Trolle ;-) Sie sind nur leider halt zu verletzend gegenüber Tieren, was ich nie so richtig ertragen werde… Weisste… *söifz* Nicht desto trotz gibt es immer noch – und wird es sicher immer geben – in meinem Leben viele Nichtveganer, die ich trotz Nichtveganer-Daseins liebe und ‘behalten’ will <3

  • Iwon

    Hey Liebe – ja: Ich versteh dich schon und auch deinen Frust bzw. gar Verzweflung :-( ( (nicht “nur” ob der “Tierindustrie” (bäh – was ein Wort) – sondern: ist ja echt absurd, was du so um die Ohren geschlagen bekommst).

    Aber weisst: Für mich zB. sind tägliche Autofahrten und Flugreisen ans andere Ende der Welt seit langem (aus diversen Gründen) tabu. In meiner Wohnung muss man im Winter nen Pullover anziehen, weil ich nicht auf Sommer heize… bäh bäh: Es ist albern aufzuzeigen, wo man selbst und so… ;-) Fleischverzicht ist für mich aber VERZICHT – ich mag nunmal kein Gemüse, schlage mich – dank dir ;-) aber nun trotzdem damit rum *hihi*. Für dich ist anderes Verzicht.

    Wenn wir alle mehr verzichten, mehr nachdenken und lernen, dann wird letztlich unsere Welt besser. Aber nicht die Welt selbst – sorry. Das führt jetzt noch ganz woanders hin. Ich finde dein Engagement klasse! Und du hast mich viel gelehrt! Und ich werde meinen Beitrag leisten – so gut ich kann <3 Die Welt geht aber trotzdem im Dezember unter – sorry, Sarkasmus muss sein dürfen angesichts der Welt ;-)

  • “Wie? Du lebst vegan, aber gehst bei Aldi/Lidl einkaufen? Die behandeln aber doch ihre Mitarbeiter schlecht und drücken die Preise!”
    “Du kochst mit Rapsöl? Aber Raps macht doch unsere Umwelt kaputt!”
    “Dann darfst du aber auch kein Auto mehr fahren!”

    Ich glaube, alle Aussagen, die unsere eigene vegane Perfektion anzweifeln, dienen rein dazu sich selbst besser zu fühlen. Es ist schwierig mit scheinbar höheren Wertvorstellungen konfrontiert zu werden.
    Der “Otto-Normalverbraucher” tut dies seit Jahrhunderten. Minderheiten schräg anschauen, anprangern, an ihnen rummeckern – besonders dann, wenn ein Minderheiten-Prinzip eindeutig Vorteile bringt. Unbewusster Neid, Unsicherheit, vielleicht auch Angst vor Dingen, die eben nicht so sind, wie man sie selbst kennt.
    Das fängt doch schon im Kleinen an: Die wenigstens Menschen sehen jemand anderen an und sagen “Woah, du bist schön!”. Im Gegenteil sagt man dann “Ja, aber dafür ist er nicht so intelligent!”. Als könnte man es nicht akzeptieren, dass jemand anderes einfach so ist, wie er ist.
    Wo wir gerade bei ehrlichen Komplimenten sind: Ich mag deine Grimassen! :)

    Persönlich muss ich sagen: Es treibt mich oft zur Verzweiflung. Man findet fast nie Ruhe. Ständig pocht es im Kopf. Du stehst vor den Aufbackbrötchen im Supermarkt, Samstagabend, jede Bäckerei hat zu und denkst: “Ja, morgen früh hätte ich gern Brötchen!” Kauft man jetzt die Brötchen und schließt sich damit der “Zerstörung” der Handswerksbäcker an oder steht man am nächsten Morgen früh auf um vielleicht sogar Kilometer zum Bäcker zurückzulegen (die natürlich zu Fuß oder mit dem Rad!)? Kauft man überhaupt bei einer großen Supermarktkette ein oder darf man nur zum Biomarkt gehen? Wo ist Schluss mit dem Wahnsinn?
    …und wenn man es dann endlich mal schafft hat das ständig nörgelnde Gewissen vor der Tür zu lassen, dann kommt irgendein – Entschuldigung! – Idiot und sagt “Sag mal, wie kannst du denn als Veganer nur…?”

  • Aber Cheesy..als echter Veganer darfst du deine Katzen nicht mit Katzenfutter füttern, dass aus dem Supermarkt stammt. Du solltest sie auch vegan ernähren, wie kannst du nur *Ironie aus*

    DAS bekomme ich nämlich immer vorgehalten. Achja und, dass ich Alkohol trinke (auch wenn’s veganer Wein ist), ins Kino gehe (teilweise noch Gelatine-beschichtete Filmrollen, ein Glück gibt’s viel digital) und überhaupt, ich rede mit Omnis, welch Schande. Musste ich mir alles schon geben, von Omnis UND von Veganern.

    Lass dich nicht stressen. Du machst die Sachen ja für dich und nicht, um von anderen anerkannt zu werden oder?

  • Ilka

    Jeder fleischessende Hatz4-Empfänger, der weder ein Auto hat noch in Urlaub fahren kann (fliegen schon mal gar nicht), und der gezwungen ist, nur gebrauchte Klamotten zu tragen, hat ´ne bessere Ökobilanz als alle Veganer der Welt zusammen…So what ?

  • Ich bin kein Hartz 4 Empfänger aber Studentin, die nachweislich noch weniger Geld zur Verfügung haben als diese…ich kann mir obige Dinge ebenso nicht leisten und esse trotzdem kein Fleisch..so what?

  • cheesy

    Iwon, nicht alles davon habe ich mir bereits um die Ohren schlagen lassen müssen. Aber wenn ich z.B. Crysas Antwort lese, nun ja, dann ist klar dass es nur noch eine Frage der Zeit ist bis die Liste an Absurdem sich weiter vergrössern wird ;-)

    Mir ist klar, dass ich in vielen Dingen noch viel zu wenig für die Umwelt tue. Wobei Alexander im Faceblook-Beitrag schön auf den Punkt gebracht hat worum es mir halt vor allem geht:

    “Auch aus diesem Grunde (neben einigen anderen) müssen wir natürlich auch darauf achten Relationen nicht beliebig zu verschieben – selbstverständich dürfen wir die möglichen negativen Konsequenzen eines Versagens der Menschheit gegenüber ökologischen Notwendigkeiten und Herausforderungen auch nicht im Ansatz unterschätzen, aber wir dürfen (vorallem wenn es um individuelle moralische Beurteilung geht) z. B. Flugreisen nicht gegen z. B. Schweine essen aufrechnen, sonst wird es zynisch.
    Außerdem ist eine Flugzeug nicht etwas per se böses – “Mord” ist aber auch in geringen Mengen moralisch falsch.”

    Siehe: https://www.facebook.com/cheesyblog

    Mord ist auch in geringen Mengen falsch. Ein genialer und so aussagekräftiger Satz. Es ist toll wenn andere Menschen an anderen Enden was tun, wo ich noch nicht bin. Bspw. quasi ohne Auto zu leben (wobei ich hier unseren 2-Personen-Haushalt mit nur 1 Auto auch schon als Minderheit ansehe…). Aber: Beim Fleischkonsum, bzw. bei allem Konsum von tierischen Produkten ist das Leid so direkt zusammenhängend, dass ich finde, an diesem Ende sollte dringend angesetzt werden. Von allen. Aber nun gut, ich werte schon wieder, verzeiht.

    Und Iwon, ich weiss sehr zu schätzen was Du tust mit Deinem Verzicht. Ich kenne das Gefühl übrigens durchaus auch und weiss, es ist nicht immer einfach, wenn man etwas eigentlich gerne isst, aber nicht mehr essen möchte. Ich habe das nach wie vor mit einigen Milchprodukten. Aber umso schöner ist es doch, wenn es Menschen gibt, wie Dich und mich und viele von uns hier, die trotzdem bewusst etwas nicht mehr konsumieren. Um ein Zeichen zu setzen und zu sagen: Das will ich nicht mehr!

    Crysa, ich finde Deinen Beitrag absolut wertvoll, herzlichen Dank dafür. Und ja, irgendwie leiden wir Menschen darunter anderen neidlos anerkennen zu können, dass sie etwas tun/können/sind was wir toll finden. Warum eigentlich?
    Btw.: Danke :-)

    Deine Verzweiflung kenne ich. Sehr schön umschrieben. Aber: Bitte nicht verzweifeln. Tut es nicht gut zu lesen dass es vielen so geht? :-)

    Saskia, jaaaa Du hast meinen kleinen Hinweis auf mein Dilemma erraten :-)
    Den Kinovorwurf musstest Du Dir aber nicht wirklich anhören?? :-O

  • Oh doch. ;-) Achja, und dass ich ab und an mal Alkohol trinke..jaja..Menschen werden erfinderisch..besonders beliebt..das Erkundigen nach dem Leid der Pflanzen. ^^

  • cheesy

    Ich staune. Immer wieder mal.
    Man könnte daraus ein lustiges Zitatebuch schreiben. *chch*

  • Ich hab mir auch schon so einiges anhören müssen. Lustigerweise denken viele meiner “normalen” Kollegen ich sei total extrem und wäre gegen Leute, die Fleisch essen. Dabei isst mein Mann z.B. auch noch ab und zu Fleisch und viele meiner Freunde und auch meine Eltern. Und vor anderen Veganern verteidige ich die Fleischesser immer, weil ich nicht Leute verteufeln kann, die das tun, was ich selbst auch 20 Jahre meines Lebens getan habe. Und auch als Vegetarier hatte ich viele Vorurteile gegenüber Veganern. Deshalb kann ich einiges nachvollziehen. Ich versuche halt immer lustig, nett und offen für alles zu sein und bringe sehr oft veganen Kuchen o.ä. mit ins Büro. Das kam bisher immer sehr gut an und so werde ich es auch beibehalten. Ein paar Kolleginnen haben jetzt selbst schon vegane Muffins für’s Büro gebacken (damit ich sie auch essen kann) und eine andere Kollegin war im Bioladen und hat sich dort durchgefragt, bis sie vegane Kekse gefunden hat, die sie mir dann mitgebracht hat. Unsere Aushilfe ist durch solche Aktionen aufmerksam geworden, hat sich selbst dann informiert und ist nun auch Veganerin. Solche Fälle sind aboslute Einzel- und Sonderfälle und die negativen Erlebnisse überwiegen im Moment noch. Deshlab kann ich mich aber umso mehr über die positiven Erfahrungen freuen.

    Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Aber nach dem Motto “dann dürfte man ja gar nix mehr essen/kaufen, dann ändern wir halt einfach GAR NIX” möchte ich persönlich nicht mehr leben. Das werden andere auch noch irgendwann verstehen.

  • cheesy

    Da bist Du definitiv, wie soll ich sagen, toleranter (?) als ich. Ich habe schon zunehmends Mühe mit Menschen, die gedankenlos tote Tiere in sich hineinstopfen und das völlig normal finden. Zu sehr sehe ich hinter dem Stück Fleisch das tote Tier und das ganze Leid, das traurige, qualvolle Leben. Ich kann da nicht ‘tolerant’ sein (ich mach ‘tolerant’ in Gänsefüsschen weil ich es eigentlich das falsche Wort finde, aber immer noch kein besseres gefunden habe um auszudrücken was ich meine *hmpf*).

    Der Ansatz, mit positivem Vorausgehen den Weg zu ebnen ist aber sicherlich der Richtige. Und das versuche ich ja auch. Ich wirke halt nur zu wenig lieblich und wenn mir dann noch einer quer kommt, ähm ja, dann werde ich halt relativ direkt. Und das verträgt die Menschheit ja dann wieder nicht *söifz*

    Übrigens finde ich Deinen Blog genial und eine absolute Bereicherung! Ich werde Dich gleich mal in meine Linkliste mit aufnehmen. Wenn Du mich gegenverlinken magst würde mich das natürlich sehr freuen :-)

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