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Go West?

Ich hatte ja vorgewarnt, dass mir 2015 noch einige Entscheidungen abverlangen werden. Seit gestern ist es nun amtlich bestätigt:

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Gut, Bern selber ist es nicht, aber in der Nähe von Bern. Konkret heisst das: Tschüss Zörisee, ab in die Fremde. Nun gut, sooo fremd ist Bern zwar nicht; auf jeden Fall habe ich vor 37 Jahren meinen ersten Schrei in dieser Gegend getätigt :-P Nichts desto trotz lebe ich jetzt bereits über die Hälfte meines Lebens bei den schnellen Zürchern… da wird es schon eine ziemliche Umstellung zu sein, ein Schnägglibärner zu werden ;-)

Wie kams, dass das Cheesy ins Exil geht?

Bereits vor einigen Jahren fing mein Mann an, sanft Druck aufzubauen, dass wir doch sein Elternhaus übernehmen sollten ;-) Lange Zeit wehrte ich mich dagegen: Falscher Kanton. Zu gross. Nicht mein Stil. Und überhaupt.
Wir schauten einige Häuser hier draussen an. Leider ist nicht mehr nur die Goldküste so teuer, auch der Pfnüsel ist vergoldet worden. Somit ist es illusorisch zu glauben oder zu hoffen, man fände hier etwas. Wobei, etwas vielleicht schon. Aber nicht das, was wir suchen: Viel Platz für unsere Familie, Umschwung, ein Garten, ein ruhiges Quartier.
Mein Mann bohrte weiter. Verkaufte mir all die Vorzüge seines Elternhauses. Wir prüften ob es finanziell funktionieren würde. Täte es. Ich wehrte mich weiter: Keine Aussicht. Kein See. Guter Job hier.
Jahre zogen ins Land. Und ich veränderte mich. Und meine Gefühle zu diesem Haus. Ich bin ein Mensch, der abends im Bett noch recht lange seinen Gedanken nachhängen kann. Ich versuche dann jeweils, mich auf einen Gedanken zu konzentrieren und diesen ins Detail auszumalen, in der Hoffnung, müde zu werden. Waren dies früher mögliche Ferienorte merkte ich bald, dass meine Gedanken fast jeden Abend zu diesem einen Haus gingen. Darüber wie man es umbauen könnte. Wie ich es einrichten würde. Wie ich mir vorstellte, wie meine Kids im Garten herumtollen würden.
Weitere Zeit verging. Es wurde konkreter, da klar wurde, das Haus würde 2016 frei werden. Die Frage stand im Raum, ob ein anderes Geschwister das Haus nun doch möchte. Sein Bruder überlegte es sich. Und ich überlegte mir: Was wenn er es will? Wäre es okay für mich? Und ich stellte – zu meiner eigenen Überraschung fest – es fühlte sich schlimm an. Zu sehr war ich gedanklich schon mit diesem Haus verbandelt, als dass ich es noch loslassen wollte. Ab da war es klar… manchmal muss man einfach mutig sein und eine Entscheidung treffen.

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So sind wir in den letzten Wochen damit beschäftigt gewesen, den Umbau zu planen und alles in die Wege zu leiten, um unseren Familienmittelpunkt im Sommer/Herbst 2016 zu verlegen. Und: Es fühlt sich gut an. Und richtig.

Und manchmal schliesse ich meine Augen und stelle mir vor, wie die verstorbene Mama meines Mannes auf einer Wolke sitzt… herunterschaut und schmunzelt und sich freut, dass wir das Haus übernehmen. Auch sie hat zu ihren Lebzeiten versucht, es mir schmackhaft zu machen ;-)

War 2013 ein Babyjahr, 2014 ein Schwangerschaftsjahr und 2015 ein Arbeitsjahr, so wird 2016 auf seine Art ganz intensiv und speziell. Was werde ich weinen, wenn wir hier wegziehen. Aber ich bin mir sicher, wir werden mehr dazu gewinnen ♥

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6 comments to Go West?

  • Floydi

    Das hast Du sehr schön geschrieben! Und ich kann es sehr gut nachvollziehen, dass es schwer fällt, die Wohnung mit Seeblick aufzugeben… Ich selbst hatte nämlich auch schon Tränen in den Augen, als ich das letzte Mal nach Ende der Ferien richtung Heimat gestartet bin. ;)

    Aber ich bin mir sicher, Euer neues Zuhause hat so viele Vorzüge für Euch und die Kiddies, dass die olle Hütte mit dem nach alter Burg duftenden Treppenhaus und dem Drachen im Burggraben unten bald zwar nicht vergessen, aber auch nicht mehr schmerzlich vermisst werden wird. :) Außer von mir vielleicht.. :D

  • cheesy

    *lach* *tränchenwegwisch* Der Drache im Burggraben. Danke dafür Liebste!! :-*

    Wir planen noch ein schönes Abschiedsfest nächstes Jahr – bist dabei? :-) Oder noch besser: Wir planen noch einmal Ferien (Ende Juni!) und du kommst nochmal hierher?

  • Floydi

    Ferien hört sich gut an – wird mal wieder Zeit und diesmal versuche ich echt alles, dass es auch klappt. Hab Euch jetzt ja oft genug abgesagt.. :(

    Und/oder Abschiedsfest: Cool! Hab gestern gehört, 2016 soll ein tolles Jahr werden. Na also – passt doch! :-)

  • Puh, das ist ja echt eine schwere Entscheidung gewesen! Umso schöner, dass Du dich jetzt getraut hast, sie zu treffen :-D
    Glückwunsch!!
    Mein Bruder hat gerade in Bern direkt an der Aare ein Haus gekauft und bezogen. Es dauert zwar sicher noch ein bisschen, bis wir ihn dort mal besuchen, aber wenn du magst, melde ich mich dann gerne – dann können wir ein Vegan-Treffen machen! Fänd ich prima :-)

    Ein bisschen beneide ich dich, dass du die Entscheidung hinter dir hast und ihr jetzt Nägel mit Köpfen macht – denn etwas ähnliches (ok, irgendwie doch ganz anders, aber auch wieder nicht) spukt auch in meinem Kopf rum, ist aber noch lääääängst nicht spruchreif. Mal schauen…

    Ich wünsche euch jetzt ruhigere Feiertage und dass das Jahr gut ausklingt und du frisch gestärkt ins Abenteuer gehen kannst.
    Viele Grüße*

  • Sophie

    Juhu! Freue mich, dass ihr nach Bern kommt! Müssen uns dann unbedingt mal treffen! :)

  • cheesy

    Ach liebe Floydi, wegen uns musst du nicht kommen. Nur wegen dir, bzw. wegen dem See ;-) Und okay, noch wegen Sanchi, der sein Gotti mal wieder sehen will. Und sollte es heuer nicht klappen, machst du künftig halt Bern unsicher :-)

    Danke dir Heldin. Manchmal habe ich ja doch noch ein bisschen Angst vor meinem Schritt und davor, was 2016 bringen wird. Aber dann versuche ich mir immer zu sagen, dass die wichtigsten Dinge im Leben mit mir umziehen werden ;-)
    Übrigens hast du mich neugierig gemacht… also falls du von deinem Spuk erzählen magst… ;-)

    Sophie, oh ja! Sehr gerne! Brauche dringend Vegan-Anschluss in Bern!

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