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Der Gipfel der Ãœberraschung.

Manch einer hat mitgekriegt, wie schwer mir der Abschied vom Tsürisee gefallen ist. Nicht nur des Sees wegen, sondern aufgrund vieler Kleinigkeiten. Wie z.B. auch der tollen Kita bzw. der härzigen Gschpänli, die es dort hatte.

BabyBel war seit Beginn an mit einem Bub in der Kita, mit dem sie sich mehr als gut verstand. Händchenhaltend liefen sie zusammen umher, spielten meist miteinander, verschmützelten sich beim Abschied und hatten sich wirklich einfach von Herzen gern. In dem Alter definitiv äusserst selten, sagten auch die Kita-Mitarbeiterinnen. Die zwei Turteltauben sorgten für viele Härzli in den Augen aller!

Aber der Abschied nahte und die beiden Kids schienen es erst mit Fassung zu tragen, aber es nahm sie doch recht mit. Dem Bub wurde zumindest am letzten gemeinsamen Tag frühmorgens speiübel und er musste nach Hause, kämpfte sich aber am Nachmittag nochmals zurück in die Kita zum tschüss sagen!

BabyBel schien ihn danach infolge Umzug vergessen zu haben und sprach eigentlich kaum von ihm. Irgendwie war ich froh, weiss ich doch noch gar nicht, wie mit Herzschmerz der Tochter umzugehen. Bis eines Tages ein Brief des Buben eintraff mit einer Zeichnung für BabyBel. Sie schaute sie an, schmiegte sich an mich und blieb in dieser ruhigen Position für eine Viertelstunde. Wer meine Tochter kennt weiss, dass das nicht normal ist ;-)

Wir schickten später eine Zeichnung zurück – natürlich nicht ohne unsere Telefonnummer. Gemäss SMS der Mutter erging es dem Bub genau gleich: Zeichnung anschauen, ruhig verharren… Von wegen Kinder sind noch Kinder, sie fühlen schon so viel!

Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich mit seinen Eltern Kontakt aufnehmen konnte und wir nun letzten Freitag zu Besuch waren. Wow war das härzig! Und damit meine ich nicht nur die beiden Kids, die nach 20 Sekunden Zögerung gleich wieder da anknüpften, wo sie vor nun bald einem 1/2 Jahr aufgehört haben. Nein ich meine auch den Papa, der zum Zvieri Nussgipfel auftischte und ich mir schon meine Worte zurechtbüschelte, um ihm zu erklären, dass wir halt nicht alles essen… und er meinte: «Die sind natürlich vegan! Der Bub hat mich von Laden zu Laden geschleppt und gesagt, Papi, es muss ohne Ei sein.»

Ich bin baff. Glücklich. Dankbar. Auch darüber, dass er den Vorschlag machte, weiterhin in Kontakt zu bleiben, damit die zwei sich nicht aus den Augen verlieren. Wenn wir an eine Seele und Wiedergeburt glauben, dann kennen die zwei sich definitiv schon länger als seit Kita-Beginn ♥

5 comments to Der Gipfel der Ãœberraschung.

  • Schöne Geschichte. <3
    Und wenn jetzt deine Kinder schon "missionieren", damit andere Kinder wiederum ihren Eltern zum Veganismus bekehren, ist es nicht mehr weit bis zur Weltherrschaft der Veganer… ;)

  • cheesy

    Mal abgesehen davon, dass wir bitteschön lediglich VORLEBEN ;-) Aber ja, ansonsten klingt das gut :-)

  • Cornelia

    So schön, zwei Seelenverwandte. Ich würde mich nicht verwundern, wenn die mal wirklich ein Paar werden würden :-) Wunderbar, dass Ihr den Kontakt aufrecht haltet.

  • Margrith

    Was für eine schöne Geschichte – musste gleich eine Träne unterdrücken.
    Ich glaube an Seelenverwandtschaft und wer weiss wie es schlussendlich enden wird <3

  • cheesy

    Hihi Cornelia, so weit mag ich noch nicht denken :-) Ich bin nur schon mal happy, dass sie sich nun vielleicht doch nicht ganz aus den Augen verlieren.

    Margrith, hättest mich mal sehen sollen, als wir damals Abschied nehmen mussten. Ich war fast trauriger als BabyBel, weil es mir so weh tat, die zwei zu trennen.

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