Monatsarchiv

Letzte Kommentare

Primatenversuche an der ETH Zürich.

Das Verwaltungsgericht Zürich hat am 20.4.17 die Hirnexperimente mit Rhesusaffen erlaubt. Die Forschenden dürfen nun völlig legal Löcher in Schädeldecken der Tiere bohren. Mit Wasserentzug werden die Tiere gefügig gemacht, um sie dann täglich stundenlang in Primatenstühlen zu fesseln wo sie dann zu Tests gezwungen werden. Am Ende des Versuchs werden die Tiere getötet.

Seit 2009, seit acht Jahren also, wurden in Zürich keine Tierversuche mehr an Primaten durchgeführt. Und nun, 2017 fällt eine so fortschrittliche Stadt wie Zürich ins Mittelalter zurück. Ich bin schockiert.

««Mit fixiertem Kopf werden die Affen gezwungen, jeden Tag während mehrere Stunden mit den Augen Aufgaben an einem Bildschirm zu lösen», schreibt TIR. Für die richtige Lösung erhielten die Tiere ein paar Tropfen Flüssigkeit. Ansonsten würden sie, um sie zur Kooperation zu bewegen, durstig gehalten.»

Wie können wir so etwas zulassen? Wie können wir Menschen hier einfach wegschauen?

Einige hundert Menschen haben gestern hingeschaut und demonstrierten in Zürich dagegen; auch wenn es grundsätzlich zu spät ist. Es sei denn, die ETH würde ihr eigenes Hirn einschalten…

An der Demo wurden 3 Reden gehalten. In der einen wurde erklärt, warum eigentlich so wenig für alternative Forschungsmöglichkeiten getan wird. Wo das Geld herkommt und hinfliesst und wo Subventionen versickern und eben fehlen. Der Grund warum ein Forscher einfach auf das altbewährte – tierleidvolle – Modell des Tierversuches zurückgreift. Traurig.

Die letzte Rede hielt Friedrich Mülln des SOKO Tierschutzes aus Augsburg. Absolut bewegend und schlimm. Er erzählte wie das damals lief, als sie gegen das Max-Planck-Institut in Tübingen vorgingen und mittels verdeckten Recherchen aufzeigten, dass dort keineswegs sogenannte einvernehmliche Versuche mit den Affen vonstatten gehen (was eh nur lachhaft ist wenn es darum geht, Bohrungen durchs Hirn zu kriegen!) sondern das blanke Chaos herrschte. Ein als Pfleger arbeitender Tierschützer hatte die Affenversuche und die Haltung der Tiere im Herbst 2014 heimlich gefilmt. Die Aufnahmen zeigen Affen mit Gehirn-Implantaten, eines der Tiere hat einen blutverschmierten Kopf, einem anderen läuft Spucke oder Erbrochenes aus dem Mund. Tierschützer riefen zu Demonstrationen und Mahnwachen gegen das Institut auf. Als er erzählte, wie er damals dabei war, als die Affen von Mauritius antransportiert wurden (KLM und Air France sind die letzten Passagierfluggesellschaften, welche an diesem Drecksgeschäft weiterhin fleissig Geld verdienen) und wie diese in kleinen Käfigen vor sich hin starrten und zitterten… und wie ihnen dann das angetan wurde was ich gar nicht mehr wiedergeben kann, weil mir sonst die Kotze hochkommt… Dass die Affen regelmässig narkotisiert werden mussten, damit die vielen Wunden etwas heilen konnten. Und die Affen wachen immer wieder im selben Albtraum auf. Mir kamen und kommen die Tränen.

Ich wünschte, ich könnte mehr tun. Ich wünschte, wir Menschen würden unser Herz dafür benutzen, wofür wir es immer als Symbol einsetzen: Für Liebe. Dann wären solche Dinge auf Erden nicht möglich. Weder in Tübingen wie bisher, noch in Fribourg wo es stillheimlich und ohne Proteste bereits möglich ist noch in Zürich wo das Elend jetzt erst anfängt.

Ich bin – einmal mehr – schockiert über die «Spezies Mensch» und möchte eigentlich nicht mehr dazugehören.

>> Demo gegen die Primatenversuche in den ZüriNews

Medienberichte:
>> NZZ Was die Forscher mit den Affen planen
>> NZZ ETH darf Affen Elektroden in die Hirne implantieren
>> Tagesanzeiger «Die ETH ist schuldig, die Uni macht mit»
>> 20 Minuten Protest vor ETH und Uni gegen Affenversuche

Diverse Fotos gibt es auf den folgenden Facebook-Seiten zu sehen:
>> Tier-im-Fokus
>> AGSTG Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner
>> Fighting for Animals
>> Aktivismus für Tierrechte
>> acebook Mary-Lu

Meine Schnappschüsse:

Leave a Reply

  

  

  


*

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>