Interrail
  
Unsere Interrailferien Juni/Juli 2002
Endlich waren sie da - und leider auch ziemlich schnell wieder vorbei, unser Interrail-Trip.
Ihr könnt nun entweder den ganzen Reisebericht von A bis Z durchlesen oder einfach die Ortschaften aussuchen die Euch interessieren. Viel Spass!!
15. Juni - Lugano
17. Juni - Gardasee
20. Juni - Venedig
22. Juni - Ferrara
23. Juni - Rom
27. Juni - Elba
29. Juni - Barcelona
4. Juli - Arcachon
6. Juli - Paris
Abschlussworte
Campingplätze
Interrailinfos
Das hier war unsere Tour, die roten Punkte stehen für die Übernachtungen (ohne den einen Nachtzug).
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Übrigens: Wer Infos zu Campingplatz oder auch sonstigen eher einfachen Reisen sucht, der wird in meinen weiteren Reiseberichten bestimmt auch fündig,
war ich doch auch weiterhin nicht immer nur in der Hotelfraktion
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2002 sollte ein Jahr sein in dem ich etwas ganz Neues erlebe, etwas spezielles mache, das nahm ich mir am
Jahreswechsel vor. Daraus wurde unsere Interrailtour durch Italien - Spanien - Frankreich.
Schon lange vor dem 15. Juni 2002 konnte ich an nichts anderes mehr denken als an die Vorbereitungen und band
jedem der es wissen wollte - oder auch nicht - auf die Nase, dass ich bald einen Monat "Auszeit"
nehme. Ich, bzw. wir (meinen Schatz Manu nahm ich natürlich mit...wer schleppt denn sonst die schweren Sachen?
Grins...) freuten uns riesig!
Samstag, 15. Juni - Es geht los!
Endlich war es dann soweit, unser Ticket in den Händen,
zwei schwere Rucksäcke inkl. Schlafsäcken, Zelt und Kochgeschirr
auf dem Rücken (14 Kilo für mich, 20 Kilo für Manu) ging
es los. Erste Station: Coiffeur * smile *. Mit luftigerem Haarschnitt nahmen
wir unsere erste Zugfahrt in Angriff und fuhren los nach Lugano. Bis da
waren wir schon fix und fertig, muss man sich doch zuerst an das zu schleppende
Gewicht gewöhnen. Gegen Abend nahmen wir unseren Zeltplatz in Agno
in Beschlag. Wir waren ausgerüstet mit einem Zelt für 3-4 Personen
(siehe unten) in welchem wir und unser Gepäck schön Platz fanden.
Zudem hatten wir einen Benzinkocher dabei (den wir leider so gut wie leer
mitnahmen * schmoll *), Teflonpfannen, Plastikteller und Besteck. Einem
leckeren Abendessen stand somit nie was im Wege...ausser uns ging das Benzin aus.
Sonntag, 16. Juni - Der 1. Sonnenstich!
Die erste Nacht im Zelt hatten wir gut überstanden
und nach einem Luxus-Frühstück inkl. Croissants ging's los nach
Lugano ein wenig dem See entlang bummeln. Anschliessend fuhren wir weiter
nach Melide ins Swiss Miniatur und fielen fast aus den Latschen so gut meinte
es Petrus mit der Hitze. Tagsüber an die Sonne? Nie mehr schworen wir
uns! Am Abend folgte unser erstes Bad im See...tat das gut!
Link zu Lugano
Montag, 17. Juni - Man gönnt sich ja sonst nichts!
Wir packten unser Zelt und zogen weiter - endlich ins Ausland denn wir wollten das Interrailticket
schliesslich auch ausnutzen. Der Zug brachte uns nach Brescia wo wir auch gleich zum ersten Mal die Unpünktlichkeit
der italienischen Bahnen zu spüren kriegten. Trotzdem schafften wir es nach Desenzano am Gardasee.
Gemäss unserer Italienkarte sollte sich dort ein Campingplatz befinden und wir sind einfach
mal frohen Mutes dorthin gezogen, nicht ahnend dass in Italien kein Schwein Englisch spricht, geschweige
denn nur wenige Menschen daran interessiert sind, hilflosen Touris wie uns weiterzuhelfen. Zuerst wollte
mir der Mann an der Theke ja helfen, nachdem ich sein Italienisch-Englisch allerdings nicht gleich auf Anhieb verstanden
hatte war es ihm wohl doch zu blöd und er zeigte mir einfach auf die eine Strasse und redet was von
Tourist Information. Samt unseren Rucksäcken nahmen wir den "Abstieg" in Angriff...immer der Strasse entlang
nach unten. Völlig fix und fertig erreichten wir den See und Manu übernahm zum Glück die
weitere Suche nach dem Tourist Office. Dass sich der Campingplatz total ausserhalb befindet ginge ja noch,
wäre die Dame von der Tourist Information mit den Busfahrplänen nicht genauso überfordert
gewesen wie wir und konnte uns somit nicht sagen wann und ob überhaupt je wieder ein Bus dorthin fahren
würde. Kurzerhand gönnten wir uns ein Taxi und konnten endlich unser Gepäck vom Rücken schnallen.
Der Campingplatz ist zwar schön und direkt am See aber auch genug teuer. Nach einem erfrischenden Bad
gönnten wir uns gleich noch mehr und gingen im Restaurant vor Ort was essen (ich sag nur: Vanille ohne Vanille * grins
*) - woanders wären wir ja auch nicht hingekommen. Schon bald schliefen wir total k.o. ein. Hier seht Ihr unseren
Camping, bzw. den Gardasee. Schön oder?
Dienstag, 18. Juni - Viva Italia?
Hätte ich doch lieber meine Augen zugelassen! Doch so zwang mich Manu zu völlig unchristlicher Zeit aufzustehen, nach
Desenzano zu laufen (zum Glück gab's unterwegs mal Croissants und Eistee!) und am Bahnhof in den Zug nach Peschiera zu
steigen. Dort wartete das Gardaland auf uns, was mich für das frühe Aufstehen mehr als nur entschädigt hat.
Link zum Gardaland
Es ist wirklich mega schön und liebevoll gemacht, bietet für Gross und Klein etwas und das alles noch zu einem
vernünftigen Preis. Den ganzen Tag trieben wir uns bei recht heissem Wetter dort rum, kühlten ständig unsere
Köpfe am Wasserhahnen oder gleich den ganzen Körper an den überall aufgestellten Erfrischungsdüsen
(da hat jemand mitgedacht!). Als wir am Abend retour wollten, gestaltete sich dies schwieriger als erwartet. Der Zug war
zwar da, fuhr aber nicht. Soviel wir mitkriegten hatte der Zug irgendein Stromproblem und so standen wir ziemlich ratlos da.
Leider dachten wir anschliessend nicht an Murphy's Gesetz und somit fuhr uns der Zug natürlich just dann vor der
Nase weg, als wir kurz was zu Trinken und Infos holen gingen. Also weiter warten auf den nächsten und zwar weitere
Ewigkeiten. Viva Italia, ha ha ha. Völlig geschlaucht folgte am Abend das obligate Seebad und leckere Pasta mit Pesto
(das ist eben das schöne an bella Italia!).
Mittwoch, 19. Juni - Oh Romeo, oh Romeo!
Lange waren wir unschlüssig ob wir an dem Tag bereits weiterziehen sollten/wollten. Am Schluss machte Verona das Rennen
und so brachen wir gegen Mittag auf. Verona ist ein hübsches Städtchen mit einer alten Arena (Foto), einer
schönen Altstadt und einem Dom.
Mein Crocodil Dundee :-)
Zudem besuchten wir natürlich Julias Haus. Soviele Herzen auf einer Wand habe ich noch nie gesehen. Vor lauter
Platzmangel haben erfindungsreiche Geister ihre Namen auf Kaugummis geschrieben und diesen über die bereits vollgekritzelte
Wand geklebt :
Die Hitze und das viele Rumlaufen schlauchte uns ganz schön. Am Abend diskutierten wir die weitere Reiseroute und
entschieden uns für Ferrara.
Link zu Verona
Donnerstag, 20. Juni - Zwei Hilflose on Tour!
Planungsgemäss packten wir und verliessen den schönen
Gardasee, jedoch nicht in Richtung Ferrara sondern "zugeshalber"
nach Venedig. Dort angekommen staunten wir erst mal über die vielen
Backpackers und anschliessend ab uns selber weil wir ziemlich aufgeschmissen
dastanden und nicht wussten wohin. Von der Tourist Office hatten wir lediglich
eine Liste mit Campingplätzen gekriegt, mehr nicht, z.B. die wichtigen
Infos wie man dorthin kommt. Generell scheinen diese Leute nicht mehr zu
können (oder zu wollen?) als Pläne rausrücken. Alles andere
scheint ihren IQ zu übersteigen. Wie dem auch sei, ich, als Glückskind
geboren, hatte Glück und wurde von einem Typen angequatscht der mir
von einem Campingplatz ausserhalb erzählte. Bis der Gratis-Transfer-Bus
dahin fuhr hatten wir noch etwas Zeit und brachten somit unser Gepäck
in die Gepäckaufbewahrung. Ja super, dem war unsere riesen Baggage
natürlich zu wuchtig und wir mussten quetschen was das Zeugs hielt.
Nach einem kurzen Einblick in Venedig und einem kleinen Einkauf um dem Hungertod
vorzubeugen, ging's auch bald schon wieder retour das Gepäck holen
und mit dem Bus zum Campingplatz fahren. Der war wirklich nicht übel
- wenn man mal von den vielen Stechmücken absah die jede/n total zerfrassen.
Wenn Ihr on Tour jemanden seht der über und über mit Mückenstichen
beglückt ist, war er garantiert in Venedig * lol *. Der Campingplatz
hatte nebst einem Pool auch einen grossen Markt - was für ein Segen,
denn irgendwie fanden wir in Italien immer nur so kleine Lädeli aber nie einen grossen Supermarkt.
Gibt's das dort gar nicht? Migros, ich vermisse Dich! * grins *
Freitag, 21. Juni - Endlich relaxen!
Endlich gönnten wir uns mal eine Auszeit, d.h. rumliegen,
im Pool bädelen, mit meinem Buch (Dean Koontz begleitete mich!) beginnen,
schlafen...Gegen 17 Uhr machten wir uns dann auf nach Venedig, der einzigartigen
Wasserstadt. Insgesamt 118 Inseln beherbergen die 80'000 Einwohner, es gibt
170 Kanäle und 400 Brücken. Am grössten Wasserlauf, dem Canal
Grande, stehen die Paläste reicher Kaufleute, welche teilweise beschädigt
sind; Luftverschmutzung und das Absacken der unzähligen Holzpfähle
unter den Häusern beschädigt die Substanz. Der Canal Grande schlängelt
sich in Form eines Fragezeichens mehrere Kilometer durch die Stadt bis zur
Piazza San Marco. Trotz seiner Länge überqueren ihn nur drei (!)
Brücken! Mit einer Vaporetti genossen wir eine schöne Sightseeingtour
vom Bahnhof Venezia Santa Lucia zum Piazza San Marco mit der Basilika San
Marco, deren Bau 830 begonnen wurde. Hier die Bilder von unterwegs:


Da sich unsere Mägen wieder mal gemeldet haben, liessen wir uns - leider - in einem Restaurant nieder und kriegten
den schlechtesten, teuersten Frass mit der miesesten Bedienung unserer ganzen Ferien. Anschliessend entdeckte Manu
zum Glück den Campanile di San Marco, ein auf der Piazza 1912 errichteter Turm mit einem Fahrstuhl. Die Aussicht von oben
(überzeugt Euch selber anhand des Fotos) war einfach fantastisch und der Sonnenuntergang bildete die Krönung.
Alle haben uns vor Venedig und ihrem Gestank gewarnt, ich muss sagen, dass wir davon nichts mitgekriegt haben. Vielleicht waren
wir zu einem günstigen Zeitpunkt da, aber uns stank Venedig nicht *lol*.
Link zu Venedig
Samstag, 22. Juni - Voll die Touris!
Und wiederum packten wir unser Zelt , verliessen Venedig
und zogen weiter nach Ferrara. Auch dort trafen wir auf eine überhaupt
nicht hilfreiche Tourist Information. Zum Glück half uns ein netter
Buschauffeur weiter und wir kamen zu unserem Camping: Etwas ausserhalb,
dafür total ruhig und durch und durch grün - und dennoch ohne
Mücken. Herz, was begehrst Du mehr?! Nach kurzem Ausruhen gings zurück
ins Dörfchen für Sightseeing. Ferrara soll eine der wichtigsten
Renaissancestädte Italiens sein, aber trotzdem nicht sooo beeindruckend
wie mein Interrailbuch mir erzählte. Mitten im Zentrum befindet sich
das Castello Estense, eine wuchtige von einem breiten Wassergraben umgebene
Burg. Dort residierten vom 13. bis ins 16. Jahrhundert die Herrscher Ferraras.
Rund um Ferrara existiert noch fast die komplette Stadtmauer.
Wir bummelten ein wenig rum, kauften in einem Mini-Supermarkt gross ein und wollten unsere Last dann auf
dem schnellsten Weg zurück zum Camping bringen. Leider sind wir beide keine grossen Helden im Kartenlesen
und sind somit genau in die entgegengesetzte Richtung gelaufen als wir eigentlich
vorhatten. Selbstverständlich merkten wir dies erst als wir an der
Mauer ankamen und irgendwas irgendwie nicht stimmte. Da wir uns nicht zu
Tode laufen wollten, schnappten wir uns den nächsten Busfahrer. Wie
Manu behauptet sei dies derselbe gewesen wie beim ersten Mal. Ich für
meinen Teil weiss es nicht. Auf jeden Fall nahm er uns bis zum Bahnhof mit,
was uns aber auch nicht wirklich glücklich machte denn von dort aus
hatten wir immer noch einen Fussmarsch von locker einer Stunde. Dafür
wurden wir für unsere Mühen auch belohnt, bzw. haben uns selber
mit leckerem Chinesischen Essen verwöhnt (gepriesen sei mein Superkoch Manu * smile *).
Sonntag, 23. Juni - Italiener und ihre "sciopero"!
Um 9 Uhr schnappten wir uns brav den Campingbus, denn schliesslich
wollten wir weiter nach Peruggia. Am Bahnhof angelangt erfuhren wir, dass
die Italiener ihrem liebsten Hobby nachgehen - dem streiken. Streiks gehören
zu Italien wie die Pizza und das blaue Meer. Eigentlich alle Berufsgruppen
finden im Streik ihren höheren Lebenssinn: Fluglotsen, Klofrauen, Anästhesisten,
Kinovorführer, Museumswärter, Lehrer, aber auch Schüler,
Polizisten, Taxifahrer, Hebammen und Bankkassierer und uns traf es mit den
Zugfahrern. Zuerst glaubten wir dass GAR KEIN Zug fährt und waren kurz
vor dem Verzweifeln bis wir rausfanden dass doch einige Züge fahren
- warum auch immer. Diese gute Nachricht hob meine Laune allerdings nicht
wirklich, denn in der Zwischenzeit hatte ich festgestellt dass ich meinen
heissgeliebten Hut irgendwie unterwegs verloren haben musste. Ich hatte
sooo lange nach einem passenden Hut gesucht!! Ich war wirklich nur noch
mega traurig und wütend. But the show must go on und somit informierten
wir uns darüber, wo wir denn trotz Streik hinkommen. Rom erbot sich
dabei als gute Alternative und der Herr in Ferrara meinte, dass wir für
den Eurostar nach Rom auch lediglich € 8.- pro Person zusätzlich
zahlen müssten. Leider haben wir dieses Angebot nicht angenommen, bzw.
fuhren erst mal einfach so nach Bologna und dachten uns, dass wir dann auch
dort noch das günstige Ticket für den Eurostar lösen können.
Die Italiener müssen ja echt mit einer Engelsgeduld ausgestattet sein
wenn man bedenkt wie oft in der letzten Zeit das Bahnpersonal gestreikt
hat. Und wenn sie nicht streiken, haben sie dafür Stunden Verspätung...so
wie unser Zug von Ferrara nach Bologna der nach bereits einstündiger
Verspätung auch noch eine weitere Stunde einfach so im Bahnhof stand.
Aber wenigstens fuhr er überhaupt! In Bologna herrschte das totale
Chaos, überall sassen und standen Menschen rum die genauso wenig wussten
wohin wie wir. Ewigkeiten musste ich anstehen und als ich endlich an der
Reihe war, kostete das Ticket für den Eurostar plötzlich statt
€ 8.- um die € 40.-. Super oder? Aber was will man machen... Nach
3.5 Stunden Fahrt erreichten wir Roma Termini und fanden auch relativ schnell
den Camping in Ostia, gleich in der Nähe vom Meer. Nach dem Zeltaufstellen
stürzten wir uns das erste Mal ins kühle Nass, begleitet von einem
faszinierenden Sonnenuntergang von dem wir beide heute noch schwärmen.
Montag, 24. Juni - Sun, Fun and nothing to do!
Obwohl es überhaupt keine Spur von Grün gibt auf
diesem Camping, erkoren wir ihn zu unserem Lieblingscamping, nicht nur wegen
der Meernähe. Ausser Ameisen nerven dort nämlich überhaupt
keine anderen Viecher, er ist gross und schattig und man kann sich prima
verziehen plus der Bus zum Bahnhof fährt direkt vor der Einfahrt. Nachdem
wir bis dahin immer gegen 7 Uhr aufgewacht sind weil die Hitze im Zelt nicht
mehr erträglich war, war es herrlich mal etwas länger schlafen
zu können. Wir gammelten ein wenig rum, assen lecker Frühstück
(so ein integrierter Supermarkt ist einfach nicht zu verachten!) und spazierten
danach ein wenig in Ostia rum. An dem Tag hatte ich auch endlich Zeit weiter
in meinem echt spannenden Buch zu lesen plus im Meer zu bädelen und
zu sünnelen. Am Abend verwöhnte mich Manu mit Pasta und Cordon-Bleu.
Dienstag, 25. Juni - Rom sehen und sterben?
Hoffentlich nicht! Bis gegen halb 5 gammelten wir vor dem Zelt rum, machten Spiele und genossen unsere Ferien.
Dann ging's los in die Ewige Stadt. Unser erstes Ziel: Das Kolosseum. Aus dem Metroschacht ausgestiegen steht man
auch gleich direkt davor und fühlt sich wie um Jahrhunderte zurückversetzt in eine andere Zeit.
Es ist total beeindruckend! Das Colosseo wurde 72 n. Christus begonnen und nach nur achtjähriger Bauzeit eingeweiht.
50'000 Menschen passten in das steile Oval, unzählige Tiere und Gladiatoren wurden geopfert. Andächtig sind wir
durch die alte Ruine des einst so beeindruckenden Colosseo gelaufen.
Übrigens fehlt ihm der Boden wodurch man direkt in
die Gefangenenverliesse hinein sieht. Anschliessend besuchten wir die Spanische
Treppe. Diese ist Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt und entstand
aus dem jahrzehntelangen Streit zwischen den Päpsten und der französischen
Krone. Die Franzosen finanzierten den Aufgang zu ihrer Nationalkirche und
der Sonnenkönig Ludwig XIV hätte sich am liebsten selbst gleich
noch ein Denkmal gesetzt. Allerdings brachten die Päpste ihre Version
durch und liessen 1723 die Spanische Treppe erbauen, über welche man
viel hört, die uns jedoch nicht wirklich begeisterte. Also liefen wir
weiter im historischen Zentrum herum zum Piazza del Popolo z.B. Für
diesen Rundgang liessen wir auch den Bus zum Camping sausen und liefen halt
dann. Trotzdem hat es sich mega gelohnt!
Das ist das Castel S. Angelo, eine alte Festung.
Mittwoch, 26. Juni - Besuch beim "Bodenküsser"!
Eigentlich wollten wir früh los aber bis wir in Roma Termini ankamen war es doch auch schon wieder
Mittag. Die Fahrt von Ostia bis Roma Zentrum zog sich jeweils noch recht in die Länge. Wie dem auch sei,
ein Besuch beim Oberhaupt der römischen Kirche war angesagt - Besuch beim Vatikan.
Auf der Piazza San Pietro wandelten wir auf Papstes Wegen
*grins*. Der Vatikan ist ein souveräner Staat innerhalb Italiens
und auch der kleinste der Welt mit seinen 44 ha. Seinen 600 Untertanen mit
vatikanischem Pass und den 2000 italienischen Angestellten mangelt es an
nichts; sie müssen nicht einmal Steuern zahlen * neid *. Der "Stato
della Città del Vaticano" hat eigene Supermärkte, Radiosender
und einen Hubschrauberlandeplatz für den reisefreudigen Papst. Zudem
besitzt er eine eigene Polizei, eigene Münzen, Briefmarken und eine
Post, die im Gegensatz zur italienischen zuverlässig funktioniert.
Leider hatten wir angemessene Kleidung vergessen und somit blieb uns der
Eintritt in die Basilica San Pietro verwehrt. Durch Manu's Kopfwehattacke
gingen wir dann auch bald mal zurück nach Ostia wo wir uns im Meer
abkühlten. Das kühle Nass tat Manu's Kopfweh scheinbar recht gut
denn wir tobten Stunden in den Wellen umher. Anschliessend gab es endlich
mal Salat da wir mit kleinen Portionen Öl und Essig fündig wurden.
Donnerstag, 27. Juni - Isola Elbaaaaaaaa!
Obwohl wir vor 7 Uhr aufgestanden sind, waren wir den ganzen Tag unterwegs. Es zieht sich eben schon in
die Länge bis man mit Bus, Metro und Bahn vom Fleck kommt. Von Rom ging's nach Piombino und von da aus
per Fähre auf die Überfahrt nach Elba (1 Stunde). Wir erwischten einen Bus zum Camping Europa in
Capoliveri (Süden Elbas). Bis wir unser Zelt auf dem steinharten Boden aufgebaut hatten und endlich ins
Meer konnten war es auch schon wieder nach 18 Uhr.
Freitag, 28. Juni - Die liebe Migräne!
Dieser Campingplatz brachte uns wieder in die Realität
zurück. Der Römer war eben schon genial, vor allem durch seinen
vielen Schatten. Elba bietete da einiges weniger und zudem sind die Zelte
viel enger aufeinander. Naja, wenigstens hatte auch er einen Supermarkt.
Am Morgen stellten wir fest, dass wir per Bus gar nicht rechtzeitig nach
Piombino zurückkommen würden um den ersten und einzigen Zug um
9.20 Uhr zu erwischen (im Nachhinein stellen wir fest, dass es scheinbar
schon noch weitere gehabt hätte....aber man ist oft erst im Nachhinein
schlauer was?). Ziemlich unmotiviert hingen wir rum und gingen den verschiedenen
Möglichkeiten nach bis wir uns am Schluss auf ein Taxi einigten. Gegen
halb 2 machten wir uns per Bus auf Elba Erkundungstour. Er fuhr uns nach
Capoliveri (unser Camping war ziemlich ausserhalb, bzw. unten und Capoliveri
ist auf dem Hügel), durch Rio Marina rauf nach Cavo. Dort schlenderten
wir ein wenig rum. Beim Bus nach Hause schlug ich dann so deftig meinen
Kopf an dass ich von einer Sekunde auf die andere mega Kopfweh kriegte und
mir während der Fahrt immer wie übler wurde. Es kam wie es kommen
musste...das Kopfweh hat mich mal wieder niedergezwungen.
Selbstportrait vor der Weiterreise :-)
Link zu Elba
Samstag, 29. Juni - Interrail bis zum geht-nicht-mehr!
Um halb 6 klingelte unser Wecker und los ging's mit packen
da ich am Tag zuvor dessen nicht mehr fähig gewesen war. Per Taxi düsten
wir nach Portoferraio, hetzten um ein Ticket zu kriegen - immer im Glauben
dass die autoaufladende Fähre hinter uns um 7.30 Uhr fahren würde.
Kaum wollten wir die Fähre besteigen, fuhr sie uns jedoch gegen 7.10
Uhr vor der Nase weg. Im Nachhinein stellten wir fest dass die Italiener
es tatsächlich schaffen schon frühmorgens Verspätung zu haben
und somit entging uns die 6.30-Fähre. Unsere Fähre von 7.30 fuhr
somit nach 8.00 Uhr ab womit wir uns gar kein Taxi hätten nehmen brauchen
weil um diese Zeit der erste Bus gefahren wäre. Verarscht, ha ha ha.
Wenigstens sind die Italiener in ihren Verspätungen zuverlässig
und somit hatte auch unser Zug Verspätung, so dass wir ihn noch gekriegt
haben In Pisa mussten wir umsteigen und überlegten kurz, ob wir den
schiefen Turm anschauen gehen wollen, düsten dann aber weiter nach
Genua und dann in einer ewig langen Fahrt nach San Remo. Europa ist wirklich
grösser als erwartet! In San Remo versuchten wir uns über eine
Nachtverbindung nach Barcelona schlau zu machen was gar nicht so einfach
war, spricht doch wiederum kein Schwein Englisch oder ist daran interessiert,
uns zu helfen. Wenigstens kriegten wir raus, dass es grundsätzlich
einen Nachtzug gibt, ob der uns viel kostet oder ob unser Interrailticket
gültig ist, konnte jedoch niemand sagen. Wieder einmal erlebten wir,
dass keiner das Interrailticket so richtig kennt oder weiss, wie und wann
es gilt. Wie bitte sollen wir es dann einzusetzen wissen, wenn selbst die
Bahnangestellten überfordert sind?! Eigentlich wollten wir bis zur
Abfahrt des Nachtzuges San Remo besichtigen. Da uns die schlecht-englisch-sprechende
Dame aber scheinbar loshaben wollte, schickte sie uns für weitere Infos
nach Ventimiglia, das nächste Dorf wo auch der Nachtzug losfährt.
Also ging's dorthin, in der Hoffnung auf Interrailticket-Kenner zu stossen.
Falsch gehofft! Ein ziemlich arrogantes A...... behauptete, Interrail gelte
nicht und wollte uns über € 50.- pro Person aus der Tasche ziehen.
Als ich nach Sitzplätzen fragte lachte er nur dämlich und meinte,
es können keine reserviert werden?! Ziemlich entnervt sandten wir einen
Hilferuf in die Schweiz und meine Mutter fragte mal den Schweizer Railservice
nach dessen Meinung. Gemäss diesem Herrn gilt unser Ticket wirklich
nicht und Sitzplätze habe der Zug keine. Ca. 1.5 Stunden später
fragten wir an einem anderen Schalter, bzw. bei einem anderen Herrn nochmals
den Preis nach und auf einmal galt unser Ticket und die Couchette kostete
nur noch € 14.- pro Person. Schnell zuschlagen, der Kurs steht günstig!
Nur so nebenbei: Der Zug führte durchaus Sitzplätze, also haben
wir sogar drei verschiedene Meinungen zu hören gekriegt. Auf wen soll
man bitteschön bauen? Mit ungutem Gefühl ob wir geltende Tickets haben, gingen wir erst mal Abendessen
und trafen dort auf ein älteres Schweizerpärchen das uns die Ohren von Korsika zutexten. Im Zug bezogen
wir unser Sechserabteil und blieben glücklicherweise alleine. Nichts wäre schlimmer als das Abteil z.B.
mit ein paar schweissigstinkenden Männern zu teilen oder mit einem quengelnden Goof. Manu schlief längst bei
Licht ein und ich wollte eigentlich bis zur Ticketkontrolle warten. Nachdem aber bis nach 23 Uhr keiner kam und ich
langsam am erfrieren war (warum müssen die mit der Klimaanlage auch immer so übertreiben?), schaltete ich
das Licht aus und versuchte ebenfalls einzuschlafen, mit recht wenig Erfolg wie ich sagen muss.
Sonntag, 30. Juni - Nimm mich jetzt auch wenn ich stinke....!
Irgendwann bin ich doch eingeschlafen, kurz aufgewacht als
jemand in unser Abteil reingeblendet hat, wieder eingeschlafen und gerade
am Müll zusammenträumen von wegen dass wir aus Versehen nach Firenze
fahren als ich wieder aufwachte und der Zug stillstand. Auf dem Flur traf
ich einen Franzosen der mir zeigte, dass wir gar keine Lokomotive mehr vorne
dran haben. So mitten in der Nacht im Halbschlaf kommt einem das ganz schön
quer rüber! Irgendwann ging's dann doch weiter und am frühen Morgen
trafen wir in Port Bou, der ersten spanischen Ortschaft nach der Grenze,
ein. Von da an verstand ich nur noch spanisch - im wahrsten Sinne des Wortes.
Hatte ich mich doch langsam an die wichtigsten italienischen Wörter
gewöhnt, schon war es Zeit zum Umgewöhnen. Über eine Stunde
standen wir in Port Bou in der Warteschlange bis wir um 7.33 Uhr eine Reservation
für den Zug um 7.35 Uhr kriegten. Ihr ahnt es schon: Bis wir unser
Gepäck auf die Schultern geladen hatten, war dieser Zug natürlich
weg. Also wieder retour, Reservierung stornieren und neues Ticket kriegen
- ein überflüssiges wie sich im Nachhinein herausstellte denn
statt einer Reservierung verkaufte sie mir ein normales Ticket, welches
dank unserem Interrailticket gar nicht nötig gewesen wäre. Na
herzlichen Dank * schmoll *. In einer dreistündigen Fahrt brachte uns
der Ober-Mega-Bummler durch die Einöde nach Barcelona. Endlich! Nach
einigen Verwirrungen trafen wir auch in unserem neuen Zuhause ein und konnten
endlich duschen. Endlich - denn ich konnte mich inzwischen selber nicht
mehr riechen und mit unseren Socken verjagten wir jegliche Viecher *lol*.
Montag, 1. Juli - Temple de la Sagrada Familia
Eigentlich hatten wir in Barcelona ja viel vor. Da es das
Wetter aber langsam aber sicher nicht mehr so gut mit uns meinte und es
immer leicht vor sich hinnieselte, blieben wir bis gegen 14 Uhr im Zelt.
Danach fuhren wir zum Arc de Triumph und anschliessend zur lang ersehnten
Sagrada Familia. Seit meine Eltern mir vorletztes Jahr eine Karte von da
geschickt hatten, war es mein Wunsch Barcelona und diese Kirche zu besichtigen.
Und das hier ist sie, die Kirche die mich, bzw. uns mehr als alles andere
faszinierte:

Von der Geburtsseite her

Die Passionsseite

Von innen - einen Wald nachahmend ttypisch Gaudi der in allen seinen Werken die Natur nachahmte)
Der Bau der Kirche wurde 1882 begonnen und ein Jahr danach
wurde Antoni Gaudi zum Direktor des Projektes benannt. Er arbeitete über
40 Jahre lang, bis zu seinem Tod 1926, daran. Die Sagrada Familia ist ein
ewiger Bau, deren Ende unabsehbar ist. Gegenwärtig bestehen erst 8
der 12 Glockentürme der Fassaden (mit einer Höhe über 100
Metern!), welche den Aposteln gewidmet sind. Es verbleiben nebst 4 Glockentürmen
das zentrale Kuppelgewölbe mit einer Höhe von 170 Metern zu Ehren
von Jesus Christus, der Turm der Jungfrau Maria (125 Meter hoch) und die
Türme der 4 Evangelisten. Nächstes bescheidenes Zwischenziel ist
die komplette Überdachung des Kircheninnern bis etwa 2010 oder 2015.
Überall sprechen Bilder den Betrachter an. Vorne die Geburtsfassade
in der die Heilige Familie unter dem Stern von Bethlehem vereint ist. Aus
der Passionsfassade (hinten) hingegen spricht tiefste Betrübnis. Unter
einem Vorbau aus sechs geneigten Säulen wurde der Schmerz gestaltet.
Mit einem dicken Seil ist Jesus an einem Säulenfragment gefesselt.
Die Sagrada Familia ist als Sühnetempel konzipiert und wird seit Anfang
an ausschliesslich durch Almosen privater Personen finanziert. Nehmt Eure
Kreditkarte mit für den Besuch der Kirche - Spenden funktionieren dort
auf ganz moderne Art und Weise! Genug der Geschichte, wie gesagt waren wir
nun endlich da und sie entsprach voll und ganz meinen Vorstellungen. Okay,
vielleicht hatte ich gedacht es sei schon etwas mehr dran an der Kirche,
aber auch so war sie einfach umwerfend und total faszinierend. Selbst Manu,
der zuerst etwas kritisch an einen langweiligen Kirchenbesuch glaubte, vermochte
sie in ihren Bann zu ziehen. Über drei Stunden verbrachten wir vor,
in und auf der Kirche und waren einfach total überwältigt. Durch
den Aufstieg in einen der Türme konnten wir dann auch eine Nahaufnahme
der verspielten Türme machen:
(Ausblick aus einem der Türme)
Schade dass auch wir die Fertigstellung nicht mehr erleben werden...Als wir nach 18 Uhr die Kirche hinter uns
liessen und in Richtung Meer den Pallau Güell anschauen wollten, hatte dieser - entgegen meiner notierten
Öffnungszeiten - leider schon geschlossen. Also langer Fussmarsch - natürlich wiederum mit Verlaufen
- zum Aquarium. An über 20 grossen Bassins können dort geordnet nach Lebensgemeinschaften wie
"Mittelmeer", "Rotes Meer", "Tropisches Korallenriff" usw. Haie, Aale, Rochen,
Fische usw. angeschaut werden. Als Höhepunkt der Tauchstation fährt man auf einem Rollband
durch einen Glastunnel - direkt unter dem Ozeanarium durch. Es war schon ganz schön grauslig
wie die Haie (hi Hai!) über uns hinwegschwammen oder direkt auf uns zu, so dass man ausgiebig ihre
Beisserchen bewundern konnte. Ich hatte während des ganzen Besuches nur einmal Gänsehaut, nämlich nonstop. In
die andere Welt ganz vertieft vergassen wir die Zeit und als wir doch wieder einmal auf die Uhr schauten war es
schon so spät, dass wir wohl selbst ohne Verlaufen den letzten Bus zurück nicht mehr erwischt hätten.
Nachtbusse fuhren leider auch nicht auf unserer Linie und somit blieb uns nur ein Taxi. Dies gestaltet sich gar
nicht so einfach da wir Dödels uns natürlich den Namen des Campings nicht einmal gemerkt haben. Aber
gegen Mitternacht und um einige Euros leichter fielen wir doch noch in unsere Schlafsäcke.
Dienstag, 2. Juli - So ein Gaudi
Diesmal schafften wir es früher los und waren gegen
11 Uhr in Barcelona. Gaudi-Tag war angesagt, schliesslich wird Gaudi 2002
auch besonders gefeiert. Etwas Geschichte zu Gaudi vielleicht? Antoni Gaudi
i Cornet wurde 1852 in einem Städtchen im Hinterland der katalanischen
Provinz Tarragona geboren. In der Kesselschmiede seines Vaters machte er
sich mit Handwerk und Formen vertraut, im Landhaus der Familie sowie bei
Ausflügen mit dem Wanderverein mit seiner grossen Lehrmeisterin, der
Natur. Ihre Urkraft versuchte er durch Bilder und Symbole in allen seinen
Bauten zu vermitteln. Es war seine Chance, dass ihm mit dem Grafen Eusebio
Güell i Bacigalupi ein grosser Gönner zur Seite stand. Am 7. Juni
1926 wurde Gaudi von einer Strassenbahn erfasst und schwer verletzt. Drei
Tage später stirbt er und wird in der Krypta der Sagrada Familia begraben.
Nun, unser Weg führte uns zum Park Güell. Graf Eusebio Güell
i Bacigalupi hatte sich damit in den Kopf gesetzt, eine Gartenstadt nach
englischem Vorbild zu gestalten und gewann für die Konzeption seinen
Freund Gaudi. Geplant waren 60 Häuser, doch nur drei wurden tatsächlich
realisiert, für die übrigen war kein einziger Interessent zu begeistern.
Das nicht abgeschlossene Projekt lief 1914 aus und zu Beginn der 1920er
Jahre erwarb die Stadt das Gelände. Mit der Erinnerung an einen immensen
wirtschaftlichen Fehlschlag ist ein Park geblieben, der inzwischen zum Weltkulturerbe
der Menschheit gehört. Wenigstens der Künstler hat sich zu dem Projekt bekannt und hier seinen
Wohnsitz genommen. In einem der Musterhäuser (siehe Foto), welches wir natürlich auch besichtigt haben,
lebte er von 1906 bis zu seinem Tode 1926.
Im Park Güell fasziniert vor allem die Schlangenbank (siehe Foto) auf der grossen Plaça de la Naturlesa
und die Markthalle, der Saal der hundert Säulen, mit vielen Mosaiken in den Kuppeln.
Es ist ein absolutes Muss durch den Güell Park zu schlendern! Anschliessend besuchten wir Casa Milà.
Bei diesem Wohnhaus hat Gaudi mit sämtlichen Konventionen gebrochen und seine Fantasien an, in und auf der Casa
Milà zu Stein geformt. Der von 1906 bis 1912 angelegte "Steinbruch" wie ihn der Volksmund nennt,
war das letzte Gebäude das Gaudi als privaten Auftrag annahm, bevor er sein Schaffen ganz in den Dienst der
Sagrada Familia stellte. Und so sieht das von aussen aus:
In der Casa Milà kann man einerseits eine Musterwohnung besichtigten (569 m2 gross!) und das Museum
Gaudi im dem sich alles um seine Werke dreht. Der Höhepunkt ist die Dachterrasse mit offenen Treppengängen
und ihrem Kuriositätenkabinett aus monumentalen Schornsteinen und Belüftungstürmen. Die sieht wirklich
ahnsinnig aus und man könnte Stunden dort oben verweilen!
Am Abend gibt's mal wieder was richtig leckeres: Mais-Thonsalat, Reis, Curry, Gemüse und Fleischbällchen.
Abwechslungsreicher als zuhause * grins *.
Mittwoch, 3. Juli - Spontan umentschieden!
Eigentlich wollten wir am Mittwoch weiterziehen aber da
wir gar nicht genau wussten wie und wann wir von Barcelona wegkommen würden,
entschieden wir uns um. So fuhren wir gegen Mittag erstmal ins Internetcafé
um Zugverbindungen rauszusuchen. Danach folgte das historische Museum Ciutat
(na ja...vielleicht wäre es spannender gewesen wenn man besser Englisch
verstanden hätte oder Katalanisch, ha ha ha) und anschliessend versuchten
wir wieder mal unser Glück beim Palau Güell. Leider war uns ein
Besuch dieses von Gaudi kreierten Hauses wiederum nicht vergönnt, denn
die Eintrittskarten für den Tag waren ausverkauft (seit wann funktioniert
das nach diesem Prinzip? Grübel...). Also ging's ab ins Wachsfigurenkabinett
was auch ganz witzig war wie Ihr hier seht :-)
Donnerstag, 4. Juli - Tschu-tschu-tschu...!
Um halb 6 klingelte uns der Wecker aus unseren Träumen
und los ging's - die öde Zugstrecke zurück nach Port Bou, bzw.
nach Cerbere (das erste französische Kaff) und von da aus weiter nach
Tolouse mit netter Unterhaltung einer deutschen Studentin. Nach 2.5 Stunden
warten fuhren wir weiter nach Bordeaux und nach weiterem Warten dann endlich
Richtung Arcachon. Bis wir dort ankamen, war es jedoch schon 20.30 Uhr und
selbstverständlich hatte es um diese Zeit weder Busse noch sonstige
Hilfe am Bahnhof. Zum Glück stiegen mit uns aber noch 6 Deutsche aus
und eine Taxifahrerin machte ein derart verlockendes Angebot, dass wir uns
zusammentaten und uns zum Camping chauffieren liessen. Unser Camping war
zwar sicher nicht der schönste von den vielen die sich aneinander reihten
aber trotzdem war der Anblick atemberaubend: Wir standen direkt vor der
Düne, der grössten Düne Europas mit 110 Metern! Übrigens
bewegt sie sich rund 1 Meter pro Jahr weiter! Nachdem wir unser Zelt aufgebaut
hatten, kraxelten wir auch gleich mal nach oben, d.h. die vielen Stufen rauf die natürlich total
versandet waren. So sieht das aus - ganz schön happig oder?
Geht ganz schön in die Beine so ein Aufstieg - aber es hat sich gelohnt! Der Ausblick bei Sonnenuntergangsstimmung
war einfach atemberaubend, einfach unglaublich und nicht zu beschreiben. Schade dass wir ohne Fotoapparat rauf
sind * heul *. Wir sassen eine Weile da, sprachlos von dem schönen Ausblick aufs Meer und die Sandinseln
und rutschten nachher wieder runter, natürlich nicht ohne die halbe Düne in unseren Schuhen mitzunehmen.
Freitag, 5. Juli - Regen? Was soll das!?
Gegen Mittag gingen wir los via Strasse zum einen Ende der Sanddüne. Von dort aus sind wir dann raufmarschiert,
tollten im Sand rum und fühlten uns wie zwei in der Sahara Verlorene. Es war einfach nur genial und hat
total gefägt! Sicher drei Stunden wanderten wir da oben rum, tobten, machten Purzelbäume
(bzw. nur crazy Manuel...), machten Fotos und und und. So etwas erlebt man ja auch nicht alle Tage und schon gar nicht in Europa!
Als wir wieder zurück auf dem Camping waren (inkl.
Fotografieren des geilen Sturzes von Manu beim Runterspeeden...) fing es
doch tatsächlich zu regnen an. Schon am Vortag war das Wetter empfindlich
kühl und ich vermisste meinen dicken Pulli den ich nach langen Überlegungen
doch zuhause gelassen hatte. Und nun noch Regen? Wir verbrachten den restlichen
Tag im Zelt mit Spiele machen oder im Restaurant mit Essen. Was soll man
auch sonst gross anfangen? Zusätzlich zeigte die Wetterprognose nicht
viel aufmunterndes: Regen Regen und Regen und zwar für die nächsten
Tage und auch für ganz Frankreich. Eigentlich wollten wir ja die Atlantikküste
weiter rauf und hatten diverse Ortschaften noch zum Besuch auserkoren (teils
mit langen Sandstränden, teils mit Burgen im Meer, alte Piratenstadt
usw.) aber irgendwie vermieste uns das kalte nasse Wetter ziemlich unsere
Stimmung. Also entschieden wir uns, den direkten Weg nach Paris zu nehmen...
Link zu Arcachon
Samstag, 6. Juli - Paris nous venons...!
Nachts um 3 Uhr wurden wir von saufenden, grölenden
und schreienden Franzosen wachgehalten. Wir hatten schon vermutet dass uns
da noch was bevorsteht, so rein an der Flaschensammlung rund um deren Zelt.
Diese Idioten grölten in einer Lautstärke rum dass es nicht auszuhalten
war, liefen sogar extra auf dem Camping hin und her damit ja jeder was davon
hat und waren nicht zu bremsen. Selbst auf die nette Bitte einer "Nachbarin"
änderte sich nichts. Logisch, denn wer keine Erziehung hat hat eben
keine. Wir haben uns echt nur genervt! Richtig froh von diesen Ärschen
loszukommen ging's also weiter. Wegen des unsicheren Wetters hatten wir
eigentlich vor uns das erste Mal mit einer Jugendherberge anzufreunden.
Wir waren dann in Paris auch bereits in der Metro in Richtung der einen
als wir uns spontan umentschieden. Camper bleiben eben Camper * grins *.
Den Campingplatz fanden wir auch mehr oder weniger gut, bzw. es hatte auch
einen Campingbus der zwar extra gekostet hat, uns dafür aber direkt
vor die Tore brachte. Man muss halt Vor- und Nachteile abwiegen und wir
waren fauler als pleite * grins *. Der Campingplatz ist zwar direkt an der
Seine, davon hat man aber nicht sonderlich viel. Grün ist auch nicht
zu finden und überhaupt sind die Plätze für Zelte sehr eng
und hügelig. Wir quetschten uns mehr oder weniger noch dazwischen und
liessen uns vom schlechten Untergrund nicht stören. Inzwischen waren
wir ja doch recht abgehärtet. Da wir immer noch kein Benzin hatten
(seit wann sind Tankstellen so gut versteckt?) verdiente der Supermarkt
mal wieder an uns und es gab dafür leckeren Salat mit Brot und Käse
usw. Anschliessend schliefen wir ziemlich fix noch angezogen ein. So ein
ganzer Tag im Zug rumgurken macht doch ganz schön groggy...
Sonntag, 7. Juli - Paris, Klappe die Erste!
Und los ging's in die City, schliesslich rief der Eiffelturm, welcher 320 Meter hoch ist und 1889 eingeweiht wurde.
Manu hatte ihn sich höher und ich breiter vorgestellt. Zudem waren wir etwas enttäuscht vom langweiligen
braunen Anstrich und hatten ihn uns einfach faszinierender vorgestellt.
Nach über einer Stunde anstehen konnten wir dann auch endlich mal rauf und begutachteten Paris von oben,
was sich gelohnt hat. Und das sind wir auf dem Eiffelturm:
Ganz nach oben zu fahren war uns leider nicht vergönnt da die Pariser so ihre eigenen komischen Regeln
entwerfen was in konkretem Fall bedeutete, dass Fahrkarten für die Spitze nur mit Kreditkarte zu kaufen waren.
Weiss der Geier warum. Zuerst wollten wir jemanden bitten für uns Tickets mitzulösen aber irgendwie war
es uns dann zu blöd und wir gingen wieder runter und weiter zur Notre Dame:
1163 wurde der Bau dieser Kathedrale begonnen, 1345 war
sie fertiggestellt. Seit dem Film "Der Glöckner von Notre Dame"
(den Manu und ich uns übrigens nach der Rückkehr auch gleich reinzogen...)
wollte ich die Kirche sehen, vor allem wegen den süssen Steinfiguren
(die haben doch einen speziellen Namen...grübel...). Sie war dann auch
wirklich schön und vor allem fanden wir diese Steinfiguren als Miniatur
zum Aufstellen und haben uns beide je gleich das 3er-Set gekauft. Die machen
sich prima auf dem TV! Anschliessend liefen wir ein wenig rum und schauten
Les Halles (Einkaufsläden) und die Fontaine Stravinsky von Jean Tinguely an (Fotos). Nach diesem
Stadtbummel ganz geschafft lag Manu am Abend mit Kopfweh flach...
Montag, 8. Juli 2002 - Paris, Klappe die Zweite!
Wieder mal stand uns eine anstrengende Nacht bevor denn
irgendwann nachts wachten wir auf weil die im Zelt hinter uns ihre Gesangskünste
am ausprobieren waren. Ich sag nur: Rosana, Rosana...! Ich bin dann mal
motzen gegangen, bzw. hab sie gebeten doch etwas Rücksicht zu nehmen
auch wenn sie noch so schön singen und siehe da, es wirkte, das Volumen
wurde runtergestellt. Am Morgen ging's dann los zu La Defense, ein hypermodernes
Wolkenkratzer- und Bürohausviertel im Westen von Paris wo wir ja eh
schon waren. In der "Klein Chicago" genannten, futuristisch anmutenden
"Stadt" arbeiten rund 40'000 Menschen. In Verlängerung der
Königsachse Louvre-Champs-Elysées-Arc de Triomphe erhebt sich
seit 1989 die spektakuläre Grande Arche oder Arche de La Défense,
der 105 Meter hohe Torbogen aus Glas und Marmor. In La Defense wechselten
wir auch gleich noch Geld und gingen unsere Heimtickets holen. Eigentlich
wollten wir zuerst am Dienstag schon heim weil uns das kalte Wetter langsam
nervte, obwohl es ja wenigstens nicht mehr regnete und wir dafür auch
ganz dankbar waren. Kurz vor dem Schalter entschieden wir uns spontan um
(man hat einfach zu viele Freiheiten mit so einem Interrailticket...) und
reservierten Plätze für Mittwoch. Anschliessend besuchten wir
Sacré-Coeur, die Zuckerbäckerkathedrale die scheinbar oft verspottet
wird, aber mir gefällt sie total gut, auch wenn sie irgendwie indisch angehaucht ist. Auf dem Heimweg
fanden wir einen genialen Einkaufsladen und liessen ziemlich viel Euros liegen. Dafür gab's auch voll das edle
Abendessen: Griechische Vorspeise, Salat, gefüllte Pasta mit leckerer speziellen Tomatensauce...
Link zu Paris
Dienstag, 9. Juli - Besuch bei Micky Maus und Donald Duck!
Gähn, um 7.45 Uhr riss mich der böse Manu aus
meinen Träumen und zwang mich ins Disneyland. Mit kurzen Hosen und
kurzen Shirts (zum Glück hatte ich wenigstens noch den dünnen
Pulli mit!) trabten wir los, verfuhren uns und fanden es dann doch noch.
Allerdings war dort (das Disneyland ist östlich von Paris) das Wetter
einiges weniger sonnig und so froren wir uns bald mal den Allerwertesten
ab. Also schnell auf die Bahnen damit es warm gibt. Bloss bietet das Disneyland
da gar nicht so viel wie erwartet. Wir waren ehrlich gesagt ziemlich enttäuscht
und empfehlen eher einen Besuch im Gardaland als im Disneyland. Klar, die
Parade war schon cool und der 3D-Film à la "Liebling ich hab
das Publikum vergrössert" waren cool. Aber sonst? Sie hätten
statt der vielen Souvenirläden und Fressstände lieber ein paar
Bahnen mehr konzipiert. Wenigstens hielt das Wetter den ganzen Tag und wurde
auch noch etwas wärmer. Trotzdem hatten wir's langsam gesehen und - ich für meinen Teil sowieso
- freuten uns auch langsam ein klein wenig auf zuhause...
Link zum Disneyland
Mittwoch, 10. Juli - Und zurück geht's...
Um 13 Uhr fuhr unser nicht definierbarer Zug los. Wir wissen
immer noch nicht ob das nun ein EC oder ein TGV war, egal. Wir hatten ja
unsere Platzreservationen für wenige Euros dabei und fühlten uns
prima. Der erste Schaffner machte auch keine Anstalten unsere Laune zu verderben,
der zweite hingegen schon (weiss der Geier warum überhaupt noch mal
einer kam). Der wollte € 50.- von uns sehen und was ich auf französisch
so verstand war, dass dies für die Strecke Grenze-Lausanne gilt, inkl.
deftigem Zuschlag weil wir's im Zug gelöst haben. Dass wir nichts dafür
können weil wir falsch informiert worden sind interessiert ja eh keinen.
Von Lausanne ging's dann weiter nach Zürich und dort mal zuerst beim
Kundendienst motzen, wo wir doch immerhin CHF 10.- zurückkriegten.
Naja... Immerhin konnte ich bei ihm gleich noch meinen ganzen Frust loswerden,
wie oft wir Probleme hatten weil das Interrailticket so unbekannt ist und
er meinte bloss, dass er das auch schon am eigenen Leibe erfahren habe und
das Ticket auch nicht so gerne verkaufe. Super oder?
Abschlussworte
Anyway, gelohnt hat es sich trotzdem denn ich habe in diesen
Ferien soviel auf einmal gesehen, was ich sonst in allen Ferien zusammen
nicht erlebt habe. Man kommt umher, hat keine Sekunde Zeit sich zu langweilen
und hat eine unglaubliche Freiheit (es sei denn ein Streik kommt einem dazwischen
*lol*). Diese Freiheit sich einfach spontan umzuentscheiden ist schon
ein ganz spezielles Gefühl. Ich werde oft gefragt was mir denn am besten
gefallen hat. Aber das kann ich so nicht sagen weil ich von vielem total
begeistert war, bzw. immer noch bin. Der Tag im Gardaland war genial, Venedig
einfach einzigartig (übrigens gibt es auch auf Wasserstrassen Einbahnstrassen
und Ampeln!), Rom eine total andere Welt, Barcelona ein lang ersehnter Wunsch
der in Erfüllung ging, die Sanddüne etwas spezielles wie man es
kein zweites Mal erlebt...Es gab zuviel schönes und zu viele Erinnerungen
die ich immer noch am verarbeiten bin, als dass ich mich auf etwas beschränken
könnte oder möchte.
Manu und ich sind schon für 2003 am planen...vielleicht per Motorrad um auf gar keine Menschenseele
mehr angewiesen zu sein? So könnte man auch einfacher die kleinen und meist auch sehenswerten Ortschaften
anschauen und davon gibt es ja noch genug. Wir mussten auf unserer Reise ja auch einiges zusammenstreichen. Leider.
Einmal Interrail und zurück und das alles für ca. CHF 1'500.-- ohne Ticket (ca. € 1'000.-).
Rechnet selber aus was Städtetrips nach Venedig, Rom, Barcelona und Paris alleine sonst kosten.
Ich sag ja, es hat sich gelohnt und dies waren die schönsten Ferien die ich je hatte!
Unsere Campingplätze während der Interrailtour:
Lugano
Campeggio Molinazzo, 6982 Agno
Zug von Lugano der 2 bis 3 x täglich fährt
Desenzano
Villaggio turistico Vo, Via Vo n. 9-11, 25015 Desenzano del Garda
www.voit.it
Pro Person € 5.50 / Zelt € 9.--
Venedig
Rechnung leider nicht auffindbar. Extra-Campingbus ab einem Platz in der Nähe des Bahnhofes.
Ferrara
Camping Estense, Via Porta Catena
Campingbus hin und wieder
Vom Bahnhof ca. 20 Minuten der Stadtmauer in nördlicher Richtung folgen (oder Bus 3)
Rom
Camping Internazionale Castelfusano, Via Litoranea KM 1.200, Ostia Lido, Roma
Pro Person € 7.50 / Zelt € 3.50
Elba
Camping Europa, Lido di Capoliveri
Für 2 Personen und ein Zelt € 25.50
Barcelona
Camping La Ballena Alegre, Autovia Castelldefels KM 12.5, 08040 Viladecan
Bus L94 oder L95 vom Place d'Espanya oder Catalunya
Pro Person € 4.- / Zelt € 10.-
Arcachon
Camping La Forêt, Route de Biscarrosse, 33115 Pyla / Mer
www.campinglaforet.fr
Für 2 Personen und ein Zelt € 17.50
Paris
Camping du Bois de Boulogne, 2 Allée du Bord de l'eau, 75016 Paris
www.abccamping.com/campingparis.htm
Campingbus ab Metro Porte Maillot oder Bus 244
Für 2 Personen und ein Zelt € 14.--
Alle Angaben ohne Gewähr.
Interrail-Informationen
Diese Zonen können gekauft werden - einzeln, 2 Zonen, 3 Zonen oder alle zusammen.
Die aktuellen Preise entnehmt Ihr am besten der SBB-Website:

Interrail-Informationen der SBB
Interraillinks:
- Interrail-Informationen der SBB:
- Informative Interrail-Website mit Infos, Reiseberichten und Forum etc.:

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- Roland's Interrail-Erfahrungen:

- Annick und Elianes Interrail-Erfahrungen:

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