Katzenfellhandel
Quelle: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/11466226
«Das Schlachten von Katzen und der Verkauf ihrer Felle ist in der Schweiz Realität», so Tomi Tomek, die Gründerin von SOS Chats. Sie habe bei Gerbereien angefragt, ob sie für ihre rheumakranke Mutter Katzenfelle kaufen könne. Diverse Versuche waren erfolgreich und wenige Tage später flatterte bei Tomek eine Offerte – oder direkt das bestellte Fell ins Haus. Das Bundesamt für Veterinärwesen bestätigt den hiesigen Handel mit Katzenfellen. Er sei gering.
SOS Chats stört sich vor allem daran, dass Katzen getötet werden, nur um ihr Fell zu verkaufen: «Die Felle, die wir erhalten haben, sind ohne jegliche Beschädigung», so Tomet. Dass die Tiere überfahren wurden, sei also unwahrscheinlich. Deshalb fordert die Organisation in einer Petition, die über 1,3 Millionen einheimischen Katzen zu schützen und den Handel mit Katzenfellen zu verbieten.
Nebst diversen Prominenten unterstützt seit gestern auch Ex-Formel-1-Rennfahrer Michael Schumacher das Anliegen. Parallel dazu prüft das Bundesamt für Veterinärwesen derzeit, den Katzenfellhandel unter Strafe zu stellen.
Unter www.soschats.org gibt es eine Petition gegen den Katzenfellhandel in der Schweiz. PDF ausdrucken, unterzeichnen, einsenden. Dort findet man auch noch mehr Fotos und den Bericht (natürlich auf Französisch). Bitte macht mit!
*entsetztbin*
Anschliessend habe ich “Vier Pfoten” angefragt, ob sie mir näheres zum Stand der Schweiz mitteilen können und darf mit ihrer Erlaubnis ihre Antwort hier posten:
Ja, richtig, auch in der Schweiz wird derzeit leider noch immer mit Katzenfellen gehandelt. Und zwar werden diese sehr oft noch als Rheumadecken verwendet und angepriesen – ein uraltes Märchen, das aus wirtschaftlichen Gründen aufrechterhalten wird.
Es ist so, dass mit der Revision der schweizerischen Tierschutzgesetzgebung ein Importverbot für Hunde- und Katzenfell beschlossen wurde. Dieses tritt im Rahmen des neuen Gesetzes im Laufe des Jahres 2008 in Kraft, das genaue Datum ist leider immer noch nicht bekannt.
Da jedoch im Unterschied zur EU-Regelung nur der Import von solchen Fellen verboten ist, dürfen nach wie vor Katzenfelle sowohl im Land gehandelt als auch in fremde Länder exportiert werden. Vier Pfoten unterstützt daher die Petition von SOS Chats, die ein Handelsverbot für Katzenfelle fordert.
Sicherlich entschärft sich das Problem in gewissem Sinne dadurch, dass ein Hauptabnehmerland schweizerischer Katzenfelle Frankreich ist, welches nach Inkrafttreten der EU-Regelung (voraussichtlich 2009) keine Felle mehr importieren darf und als Abnehmer für Schweizer Felle nicht mehr (zumindest nicht mehr legal) in Frage kommt.
Unter all den unzähligen Tierschutzthemen, oder sagen wir unter all den Tierquälereien, die tagtäglich geschehen, muss jede Organisation Schwerpunkte setzen. SOS Chats hat sich speziell mit dieser Thematik befasst, was von Vier Pfoten selbstverständlich unterstützt wird.
Bitte unterschreiben und verbreiten auch Sie die Petition von SOS Chats – wir alle sind auf aktive und engagierte Leute wie Sie angewiesen.
Herzlichen Dank und beste Grüsse,
Vanessa Gerritsen
VIER PFOTEN Schweiz
Neuigkeiten
Quelle: http://www.tagblatt.ch/aktuell/schweiz/schweiz/art622,715226
BERN. Ein Verbot des Handels mit Katzenfellen rückt näher. Der Ständerat hat oppositionslos eine Motion aus dem Nationalrat überwiesen. Auch der Bundesrat hatte sich bereits für ein Verbot ausgesprochen.
Mit der letzten Revision des Tierschutzgesetzes hat das Parlament bereits die Einfuhr von Katzenfellen verboten. Die von Nationalrat Luc Barthassat (CVP/GE) eingereichte Motion will nun - im Gleichzug mit der EU - auch ein Verbot von Handel und Ausfuhr erreichen.
Anfang 2009 tritt in der EU eine Verordnung in Kraft, die unter den Mitgliedstaaten den Import, das Inverkehrbringen und den Export von Katzen- und Hundefellen verbietet. Der Ständerat teilt die Meinung, dass die Schweiz nachziehen muss, damit sie nicht zur Drehscheibe für Produktion und Handel wird. Dabei sollte auch die Prüfung eines Verbot von Handel mit Hundefellen miteinbezogen werden. Die Schweizer Regelung sollte möglichst nah an jener der EU sein.
Tierschützerinnen und Tierschützer beanstanden seit Jahren, dass Katzen und Hunde wegen ihres Fells grausam getötet werden. Die vorab aus China, Ostsibirien und Thailand stammenden Haustierfelle gelten als Mittel gegen Rheuma oder werden mit falscher Deklaration für Kleider gebraucht.
Unterstützt wird die Motion von einer Petition der in Noiraigue NE domizilierten Tierschutzorganisation SOS Chats. Die Eingabe an Bundesrat und Parlament wurde am 6. März mit fast 120′000 Unterschriften eingereicht, die nach Auskunft der Organisation innert sechs Monaten gesammelt wurden. (sda)
Wollen wir doch hoffen, dass die Schweiz nicht einen Sonderstatus behalten will, der weniger tierschützerisch ist als die EU.
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